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US-Sanktionen gegen Iran:Maas sichert europäischen Unternehmen Unterstützung zu

  • Um sechs Uhr deutscher Zeit sind an diesem Dienstag die US-Sanktionen gegen Iran wirksam geworden.
  • Die Maßnahmen konzentrieren sich unter anderem auf den Handel von Autos und Metall.
  • Irans Präsident Hassan Rohani warf den USA "psychologische Kriegsführung" vor.
  • Der deutsche Außenminister Maas kündigt an, europäische Unternehmen, die "legitimerweise" in Iran tätig seien, zu unterstützen.

Vor dem Hintergrund der erneut in Kraft getretenen US-Sanktionen gegen Iran hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Firmen Unterstützung zugesichert. "Wir sind entschlossen, europäische Unternehmen, die legitimerweise im Iran tätig sind, zu schützen", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir werden intensiv dafür arbeiten, dass wirtschaftlicher Austausch und Handel möglich bleibt", betonte er.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran beschlossen und neue Strafmaßnahmen angekündigt. Diese traten an diesem Dienstag um sechs Uhr deutscher Zeit in Kraft. Ziel ist es nach Trumps Worten, "maximalen wirtschaftlichen Druck" auf das ökonomisch angeschlagene Land auszuüben.

Die Strafmaßnahmen decken den Handel mit Autos und Metall ab. Die USA haben zudem den Import von iranischen Produkten wie Teppichen und Pistazien verboten und Lizenzen widerrufen, die Iran den Kauf von in den USA und in der EU gebauten Flugzeugen erlaubten. Die gravierendsten Strafen, die den iranischen Ölsektor und die Zentralbank betreffen, sollen am 4. November wiedereingeführt werden.

Die Wiederaufnahme der US-Sanktionen sei zu bedauern, sagte Maas. Das Atomabkommen mit Iran funktioniere und erfülle seinen Zweck. Mit Blick auf die Geschäfte mit Iran sagte er, es gehe "nicht um Profite, sondern um die Menschen im Iran, die etwas von dem Abkommen haben sollen". Umgekehrt erwarteten die Europäer, dass Iran alle Verpflichtungen aus dem Atomabkommen weiter vollständig umsetze.

Irans Präsident Hassan Rohani warf den USA "psychologische Kriegsführung" vor. Die Vereinigten Staaten wollten das "Volk spalten". Verhandlungen mit Sanktionen zu verknüpfen, sei "unsinnig", sagte Rohani im iranischen Fernsehen.

Iran wolle trotz der US-Sanktionen am Atomabkommen festhalten. US-Präsident Trump habe von Anfang an versucht, Iran dazu zu bringen, auch aus dem Atomdeal auszusteigen, um Teheran wieder vor den UN-Sicherheitsrat zu bringen", sagte Rohani. Aber Iran und die anderen fünf Verhandlungspartner hätten rational gehandelt, den Deal am Leben gehalten und diesen Plan neutralisiert. "Wir werden trotz der Sanktionen der Welt zeigen, das wir unser Wort halten und uns an internationale Verträge halten", sagte er in einem Interview des staatlichen Fernsehsenders IRIB.

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