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Iran:Proteste gegen Todesurteile

Die Todesurteile gegen drei junge Iraner, die im vergangenen Jahr an Demonstrationen teilgenommen hatten, haben in Iran zu einer landesweiten Protestwelle in den sozialen Medien geführt. Unter dem Hashtag "No To Execution" - Nein zur Hinrichtung - sprachen sich innerhalb von nur 24 Stunden Medienangaben zufolge mehr als zwei Millionen Iraner gegen die bevorstehende Hinrichtung aus. Auch prominente iranische Künstler wie der zweifach Oscar-gekrönte Filmemacher Asghar Farhadi beteiligten sich an der Aktion im Netz. Die Proteste zeigten dann auch sehr schnell Wirkung. Zunächst berichtet die Nachrichtenagentur Fars, Justizchef Ibrahim Raeissi habe sich persönlich eingeschaltet. Er befürworte weitere Untersuchungen des eigentlich bereits rechtskräftigen Urteils und somit de facto eine vorläufige Aufhebung der Hinrichtungen. Die Presseabteilung der Justizbehörde jedoch korrigierte auf ihrer Website den Fars-Bericht. Eine neue Untersuchung des Urteils sei zwar möglich, aber dazu müssten die Anwälte der drei Angeklagten eine solche Untersuchung beantragen. Dies hätten sie noch nicht getan.

Kurz nach den ersten Berichten kam dann die Meldung, dass inzwischen einer der Anwälte den Antrag bei der Justiz eingereicht habe.

© SZ vom 16.07.2020 / dpa

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