bedeckt München 13°

Konflikt am Golf von Oman:Wilde Schuldzuweisungen

Inzwischen geht das Rätselraten über die Hintergründe der Angriffe weiter. US-Präsident Donald Trump untermauerte am Freitag die US-Sichtweise und sagte in einem Interview mit dem Sender Fox News: "Iran hat es getan." Der geschäftsführende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan stellte in Aussicht, die US-Regierung wolle bald weitere Belege für ihre Einschätzung veröffentlichen, um international Konsens in der Frage herzustellen. Mehrere andere Staaten und internationale Organisationen hielten sich dagegen mit Schuldzuweisungen ausdrücklich zurück und forderten eine genaue Untersuchung der Vorfälle.

Die US-Regierung hatte kurz nach den Zwischenfällen zur Untermauerung der Vorwürfe gegen Iran ein Video präsentiert, das nach der Explosion aufgenommen wurde. Es soll zeigen, wie ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufährt und die Besatzung eine nicht explodierte Haftmine vom Tankerrumpf entfernt. Eine mögliche Erklärung wäre demnach, dass der Sprengstoff geborgen werden sollte, um Spuren zu beseitigen.

Trump verwies am Freitag auf dieses Video und sagte: "Nun ja, Iran hat es getan, und sie haben es (...) getan, weil man das Schiff gesehen hat." Er fügte hinzu: "Sie wollten nicht, dass Beweise zurückbleiben." Das Video soll die US-These einer iranischen Urheberschaft bestätigen, liefert tatsächlich jedoch keine klaren Belege. Von vielen Seiten kamen Warnungen vor voreiligen Schlüssen.

Die EU gab sich in Sachen Schuldzuweisungen vorsichtig. "Wir sind dabei, die Lage zu bewerten und Informationen zu sammeln", sagte ein EU-Beamter am Freitag in Brüssel. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sprach sich für unabhängige Untersuchungen aus.

© Sz.de/dpa/Reuters/lala/hij
Ölfeld in Texas

Nach Angriffen auf Tanker
:Deswegen steigt der Ölpreis nicht

Zwischenfälle auf der wichtigsten Ölexport-Route der Welt hätten früher Preisschocks ausgelöst, aber heute sehen Rohstoffhändler woanders viel größere Bedrohungen.

Von Jan Willmroth, Frankfurt

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite