Krieg in NahostUSA kündigen weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon an

Schon seit April finden direkte Gespräche zwischen der libanesischen und der israelischen Regierung statt. Kommende Woche wollen sich Vertreter in Rom treffen, heißt es aus Washington.

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Wichtige Updates
Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab
Saudi Aramco verlädt wieder Öl in der Straße von Hormus
Trump: Iran wird für USA akzeptablem Abkommen nicht zustimmen 
Trump: Streben keine Verlängerung des Waffenruhe-Abkommens mit Iran an 
Trump droht, Oman zu bombardieren, sollte es sich in den Weg stellen

Erdoğan ruft Trump zu Diplomatie im Iran-Krieg auf 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat dazu aufgerufen, die diplomatischen Bemühungen im Iran-Krieg fortzusetzen. In dem Gespräch habe Erdoğan die Bedeutung der Diplomatie unterstrichen und die Hoffnung geäußert, dass die Verhandlungen mit Iran bald fortgesetzt werden, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Die Türkei werde diese Friedensbemühungen weiter unterstützen.

Ein Mitte-Juni vereinbartes Rahmenabkommen zwischen Iran und den USA sollte eine Waffenruhe, eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus und eine langfristige Friedenslösung bringen. Es sah eine 60-Tage-Frist vor, um die besonders umstrittenen Themen wie den Umgang mit Irans Atomprogramm zu klären. Diese Frist ist inzwischen abgelaufen, es wurden aber keine wesentlichen Fortschritte auf diplomatischer Ebene gemacht. Gegen die vereinbarte Waffenruhe und andere Punkte des Abkommens hatten beide Parteien in den vergangenen Wochen schon verstoßen. 

Trump: Keine Gespräche mit Iran 

Nach dem Ende der 60-tägigen Frist des Rahmenabkommens stehen Washington und Teheran laut US-Präsident Donald Trump nicht in Verhandlungen. „Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant“, teilte er auf der Plattform Truth Social mit. 

Erst am Vortag hatte Trump dem Sender Fox News gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den iranischen Revolutionsgarden. In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder Angaben über mutmaßliche Gespräche oder Verhandlungsstände mit Iran gemacht, die dieser dementierte. 

Zudem behauptete Trump, die Straße von Hormus bleibe geöffnet. Tatsächlich gab es in den vergangenen Tagen immer wieder Angriffe auf Handelsschiffe. Der Schiffsverkehr auf der wichtigen Handelsroute nahm zuletzt wieder ab. Die US-Seeblockade gegen iranische Schiffe bleibe intakt, schrieb Trump weiter. 

Iran: Öffnung der Straße von Hormus hängt von USA ab

Iran fordert für die Öffnung der Straße von Hormus die Umsetzung des Mitte Juni unterzeichneten Rahmenabkommens mit den USA. Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf sagte vor einer Parlamentssitzung, die für den weltweiten Energiehandel wichtige Meerenge bleibe so lange geschlossen, wie sich die USA nicht an ihre Verpflichtungen aus der Vereinbarung hielten. Dazu zählten seinen Worten zufolge „die Aufhebung der Seeblockade, die Freigabe der eingefrorenen Vermögenswerte, die Aufhebung der Ölsanktionen, das Ende der Drohungen und militärischen Operationen an allen Fronten“.

Anfang Juli war der Konflikt zwischen Iran und den USA erneut eskaliert, als iranische Streitkräfte Handelsschiffe in der Meerenge beschossen hatten. Es folgten intensive Bombardierungen des US-Militärs an der iranischen Südküste. Iran attackierte daraufhin US-Stützpunkte und Energieanlagen in den Golfstaaten. Eine 60-Tage-Frist, in der die Konfliktparteien weiter verhandeln wollten, ist inzwischen ausgelaufen. Zuletzt gab es jedoch weniger gegenseitige Angriffe im Iran-Krieg. Die zentralen Streitpunkte, darunter das umstrittene iranische Atomprogramm, bleiben ungeklärt.

US-Präsident Donald Trump veröffentlichte unterdessen auf seiner Plattform Truth Social eine Karte mit der Straße von Hormus im Persischen Golf. Sie war versehen mit der Überschrift „New U.S. Territory“ (Neues US-Gebiet). Bereits vor wenigen Tagen hatte der Republikaner gesagt, die Meerenge nach dem Ende des Iran-Krieges zu US-Territorium erklären zu wollen. Laut dem für die Region zuständigen US-Kommando Centcom hat die US-Marine im Zuge ihrer Seeblockade gegen iranische Häfen nach neuen Angaben 64 Handelsschiffe umgeleitet, drei außer Gefecht gesetzt und zwei geentert.

Saudi Aramco verlädt wieder Öl in der Straße von Hormus

Der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco verlädt nach wochenlanger Unterbrechung wieder Rohöl in der Straße von Hormus. Schifffahrtsdaten und Brancheninsidern zufolge warten weitere Tanker auf ihre Abfertigung. Der weltgrößte Ölexporteur bietet asiatischen Raffinerien in diesem Monat schwere Rohölsorten über Schiff-zu-Schiff-Verladungen vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate an.

Wegen der Angriffe auf seine Tankerflotte im Zuge des Konflikts zwischen den USA und Iran hatte der Konzern die Verkäufe im vergangenen Monat ausgesetzt. Die Wiederaufnahme der Exporte dürfte den Engpass bei schwereren Ölsorten lindern.

UN-Hochkommissar fordert sofortiges Ende der Kämpfe in Jemen

Nach der jüngsten Eskalation im Jemen-Konflikt verlangt das UN-Menschenrechtsbüro von Regierungstruppen und Rebellen ein sofortiges Ende aller gegenseitigen Angriffe. „Ich fordere alle Parteien nachdrücklich auf, unverzüglich alle Handlungen einzustellen, die die Gefahr bergen, Jemen erneut in einen umfassenden Konflikt zu stürzen“, sagte UN-Hochkommissar Volker Türk. Angriffe auf zivile Infrastruktur verschärften das Leid der Zivilbevölkerung weiter in einer Zeit, in der bereits mindestens 18 Millionen Menschen in Jemen unter Ernährungsunsicherheit litten.

Der Konflikt zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung und der von Iran geförderten Huthi-Miliz hatte sich zuletzt erneut verschärft. Es ist die schwerste Eskalation seit Inkrafttreten einer inoffiziellen Waffenruhe im Jahr 2022. Im Zuge des Iran-Kriegs war der Konflikt in dem bitterarmen Land aufs Neue entflammt. Die Huthi greifen seitdem auch immer wieder Schiffe im Roten Meer und der für den internationalen Handel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab an. 

Türk schrieb weiter, seit dem 6. August seien durch Huthi-Angriffe in von der Regierung kontrollierten Gebieten mindestens 17 zivile Opfer gemeldet worden, Ende Juli zwei Opfer in von den Huthi kontrollierten Gebieten. Die Konfliktparteien müssten Angriffe auf Zivilisten und zivile Objekte unterlassen. 

Jemenitische Regierungstruppen hatten nach eigenen Angaben übers Wochenende bei Angriffen gegen die Huthi-Miliz in mehreren Landesteilen Dutzende Kämpfer getötet oder verletzt. Vorausgegangen waren Angriffe der Huthi, die demnach zivile Ziele in Jemen getroffen hatten. Auch dabei habe es Tote gegeben.

Trump: Iran wird für USA akzeptablem Abkommen nicht zustimmen 

US-Präsident Donald Trump erwartet nach eigenen Worten nicht, dass Iran einem für die USA akzeptablen Abkommen zustimmt. "Sie werden nicht die Art von Abkommen schließen, die ich für notwendig halte", sagt Trump vor Reportern in Oval Office. "Wir sind aus einem einzigen Grund dabei: Iran darf keine Atomwaffen besitzen", sagt Trump weiter. Wie seine Äußerungen zu verstehen sind, bleibt zunächst unklar. 

Die USA und Iran hatten sich bereits im Juni auf ein 14-Punkte-Abkommen verständigt, in dem Iran sich unter anderem verpflichtet hatte, keine Atomwaffen anzustreben. Das ist aber die offizielle Position Teherans seit der Ratifizierung des UN-Atomwaffensperrvertrags im Jahr 1970 und insofern kein Zugeständnis an Trump. Allerdings hatten westliche Länder Iran immer wieder vorgeworfen, im Geheimen doch am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Iran hat das zurückgewiesen, aber auch keine tiefgreifenden Inspektionen in seinem Land zugelassen, mit der internationalen Experten diese Frage mutmaßlich weitgehend hätten beantworten können. 

Trump: Streben keine Verlängerung des Waffenruhe-Abkommens mit Iran an 

Die USA streben nach den Worten von Präsident Donald Trump keine Verlängerung der Waffenruhe-Vereinbarung mit Iran an. Trump verneint eine entsprechende Frage eines Reporters. Am heutigen Montag wäre der Stichtag gewesen, bis zu dem Iran und die USA gemäß einer im Juni unterzeichneten Absichtserklärung ein endgültiges Friedensabkommen hätten erzielen sollen. Das am 17. Juni unterzeichnete Papier sah dafür eine Frist von 60 Tagen vor. Ein iranischer Vertreter hatte in der vergangenen Woche gesagt, es gebe keine Gespräche über eine Verlängerung, da eine Frist gar nicht erst begonnen habe.

Iran droht mit Eskalation bei Scheitern von Diplomatie  

Iran droht bei einem Scheitern der Diplomatie mit den USA mit einer Eskalation der Spannungen in der Straße von Hormus und der gesamten Region. Dies sagt ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Er verweist auf eine politische Neuausrichtung des Landes, die verstärkt auf Offensive statt auf Verteidigung setzt.

Unterdessen haben die jemenitischen Huthi-Rebellen eigenen Angaben zufolge ein saudisches Militärschiff und vier Begleitschiffe im Roten Meer angegriffen. Dabei habe die vom Iran unterstützte Gruppe Raketen eingesetzt, teilt Huthi-Militärsprecher Jahja Saree auf Telegram mit. Eine Bestätigung der saudischen Behörden liegt zunächst nicht vor. 
Lorenz Zeck

Trump droht, Oman zu bombardieren, sollte es sich in den Weg stellen

Mit einer scharfen Drohung hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Oman erhöht. Das Sultanat soll derzeit mit Iran klären, wie künftig die Schifffahrt durch die Straße von Hormus geregelt sein soll - bisher ohne Einigung. „Wenn der Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, sagte Trump dem Sender Fox News. Der Oman ist bislang keine aktive Kriegspartei. 

Das zwischen Teheran und Washington ausgehandelte Rahmenabkommen sah vor, dass Oman und Iran gemeinsam eine Lösung für die Schifffahrt finden - in Absprache mit den Anrainerstaaten und unter Berücksichtigung internationalen Rechts. Oman berichtete zwar von konstruktiven Gesprächen, eine Einigung wurde bisher aber nicht verkündet. Trump hatte bereits im Mai mit einer Drohung Richtung Maskat für Verwunderung gesorgt. Oman gilt wegen seiner Rolle als internationaler Mediator in regionalen Krisen als „Schweiz des Nahen Ostens“ und hat wiederholt zwischen den USA und Iran vermittelt.

Trump sagte weiter, trotz der im Rahmenabkommen festgesetzten und mittlerweile abgelaufenen 60-Tage-Frist für vertiefte Verhandlungen mit Iran stehe er nicht unter Druck. „Ich habe es nicht eilig“, erklärte er. Iran legte er nahe, angesichts des wachsenden Drucks die Weiße Fahne zu hissen. „Es sind gute Pokerspieler, aber sie gehen zugrunde.“ 

Irakische Pipeline nach Syrien zur Hormus-Umgehung könnte Jahre dauern

Der geplante Bau einer Öl-Pipeline vom Irak durch Syrien zur Umgehung der Straße von Hormus wird Insidern zufolge mehrere Jahre dauern. Insgesamt werde mit einer Bauzeit von vier Jahren und Kosten von mindestens 15 Milliarden Dollar gerechnet, sagten zwei mit dem Projekt vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar existiert eine Pipeline, die die nordirakische Region Kirkuk mit dem syrischen Mittelmeerhafen Banias verbindet. Diese wurde jedoch durch die Kriege im Irak und in Syrien schwerbeschädigt und ist seit den 1980er-Jahren nicht mehr regelmäßig in Betrieb.

Das Vorhaben erfordert den Insidern zufolge den Aufbau einer völlig neuen Infrastruktur. Dies widerspricht den Erwartungen der US-Regierung, die nach Angaben von Finanzminister Scott Bessent mit einer Inbetriebnahme innerhalb von zwei Jahren rechnet.

Dubai plant Ausweichhäfen zur Umgehung der Staße von Hormus. Mehr dazu lesen Sie in dem Artikel von Kerstin Bund und Markus Zydra:

Sorge vor Nahost-Eskalation hält Ölpreise auf hohem Niveau

Die Ölpreise haben am Montag ihr höheres Niveau aus der Vorwoche nach den jüngsten Angriffen auf Tanker im Nahen Osten gehalten. Nordsee-Öl der Sorte Brent kostete 88,55 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl WTI gab leicht um 14 Cent auf 82,26 Dollar nach. In der Vorwoche waren die Preise um mehr als fünf Prozent gestiegen, nachdem eine Raffinerie des saudischen Staatskonzerns Saudi Aramco sowie Tanker der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) angegriffen worden waren. Die Vereinigten Arabischen Emirate warfen Iran vor, am Donnerstag und Freitag insgesamt drei Adnoc-Schiffe in der Straße von Hormus attackiert zu haben. Infolgedessen verlangsamte sich Daten des Analysehauses Kpler zufolge der Schiffsverkehr in der Meerenge am Wochenende drastisch.

Hintergrund der Preisentwicklung sind zudem schwindende Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und Iran. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Wochenende, sein Land habe noch nicht entschieden, ob es die Gespräche mit der Regierung in Washington wieder aufnehmen werde. US-Präsident Donald Trump rief die Bürger der USA dazu auf, wegen des anhaltenden Konflikts etwas höhere Benzinpreise in Kauf zu nehmen.

Kpler: Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht nach Angriffen zurück

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus geht nach Angriffen auf Tanker und ins Stocken geratenen Friedensgesprächen zwischen den USA und Iran deutlich zurück. Am Wochenende passierten den Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge nur fünf Frachtschiffe die Meerenge, wobei an einem Tag kein einziges Schiff registriert wurde. Am vorangegangenen Wochenende waren es noch 31 Schiffe.

US-Gesandte beraten über Gaza-Friedensplan – Treffen mit Netanjahu geplant 

Gesandte der USA wollen am Montag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammentreffen, um über den Gaza-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump zu beraten. Am Sonntag sollten die Abgesandten Jared Kushner und Nickolay Mladenov in Kairo bereits mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei zusammenkommen, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. An einigen dieser Gespräche nahmen demnach auch Vertreter der radikal-islamischen Hamas teil. Kushner traf sich zudem mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

Netanjahu hatte Trumps jüngsten Entwurf für eine Friedenslösung am 9. August als unannehmbar bezeichnet. Einem hochrangigen israelischen Regierungsvertreter zufolge ist Israel insbesondere besorgt über die Forderung Washingtons, gezielte Tötungen von Hamas-Mitgliedern einzustellen. Trumps Plan sieht ein sofortiges Ende der Militäreinsätze im Gazastreifen vor. Zudem soll sich die Hamas entwaffnen, während sich die israelischen Truppen zurückziehen und das Gebiet unter einer neuen zivilen palästinensischen Verwaltung wiederaufgebaut werden soll.

Trump hatte im vergangenen Monat erklärt, es gebe einen Durchbruch bei seinem Plan, dem beide Seiten zugestimmt hätten. Die Hamas erklärte, sie habe zugestimmt, um eine Fortsetzung des Krieges zu verhindern. Die Umsetzung hänge jedoch davon ab, dass Israel seine Zusagen einhalte. Während der diplomatischen Bemühungen setzte Israel seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Nach Angaben aus medizinischen Kreisen wurden am Sonntag bei Angriffen in Chan Yunis und im Flüchtlingslager Nuseirat mehrere Menschen verletzt.

Zuvor war Hamas-Führer Chalil al-Hajja in Kairo mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Hassan Raschad zusammengetroffen. Ein Hamas-Sprecher sagte, al-Hajja wolle die Vermittler über angebliche israelische Verstöße gegen die Waffenruhe informieren. Ein im vergangenen Herbst vereinbarter Waffenstillstand hatte die schweren Kämpfe des im Oktober 2023 begonnenen zweijährigen Krieges zwar weitgehend beendet, die Gewalt flammte jedoch zuletzt wieder auf. 

Iranisches Parlament billigt Entwurf für Kontaktverbote zu Medien 

Das iranische Parlament hat den Entwurf für ein Gesetz gebilligt, das Kontakte zu ausländischen Medien und Institutionen drastisch einschränken und unter Strafe stellen soll. Dem Entwurf zufolge sollen Interviews mit als feindlich eingestuften Medien verboten werden. Dazu gehören US-amerikanische oder israelische Medien sowie von diesen Ländern finanzierte Sender. Bei Verstößen drohen Haftstrafen von sechs Monaten bis zu zwei Jahren, wie die iranische Zeitung Schargh berichtet.

Gespräche mit anderen ausländischen Medien sollen dem Geheimdienstministerium gemeldet werden. Kontakte zu ausländischen Botschaften oder Organisationen ohne vorherige Genehmigung des Außenministeriums sollen zudem mit Geldstrafen und dem Entzug bestimmter sozialer Rechte geahndet werden. Das Gesetz sieht zudem Haftstrafen von bis zu 30 Jahren vor, wenn politische Initiativen im Auftrag ausländischer Geheimdienste „die Sicherheit Irans“ gefährden. Nach der endgültigen Verabschiedung muss der Entwurf vom Wächterrat geprüft werden, dem einflussreichen religiösen Kontrollgremium des Landes. 

Katar dementiert Gefangennahme iranischer Piloten

Katar hat die Darstellung des Irans zurückgewiesen, Piloten aus dem Land gefangenzuhalten. Der Sprecher des Außenministeriums, Madschid al-Ansari, drückte in einer Mitteilung auf der Plattform X zugleich Verwunderung über die "irreführenden Aussagen" zu einem Zeitpunkt aus, in der diplomatische Bemühungen liefen, um in der Region zu deeskalieren. Katar vermittelt im Konflikt zwischen dem Iran und den USA.
Iranische Medien hatten am Samstag eine Stellungnahme des Leiters des Ausschusses für vermisste Personen beim Generalstab der iranischen Streitkräfte verbreitet. Darin wird behauptet, dass die katarischen Streitkräfte drei iranische Piloten gefangen nahmen, nachdem ihre Kampfflugzeuge kurz nach Beginn des Iran-Kriegs abgestürzt waren. Das Schreiben, in dem nach iranischen Medienberichten auch angeprangert wurde, dass die katarische Regierung den angeblichen Gefangenen nicht erlaube, ihre Familien oder mit ihrem Fall befasste iranische Vertreter zu kontaktieren oder zu treffen, soll an das internationale Rote Kreuz gerichtet worden sein. 
Im Juni hatte der Iran schon davon gesprochen, keine Informationen über den Verbleib der Piloten zu haben. Damals hieß es, die iranischen SU-24 Kampfjets seien bei einem Angriff auf den US-Militärstützpunkt al-Udeid von katarischen Jets abgefangen worden. Früh im Iran-Krieg hatte die Islamische Republik die Basis mit Raketen getroffen.
Aus der Reaktion des Sprechers des katarischen Außenministeriums geht nun hervor, dass die Streitkräfte Luftverteidigungsmaßnahmen gegen die iranischen Kampfflugzeuge ergriffen - diese also möglicherweise abschossen - nachdem sie in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Such- und Rettungsteams hätten anschließend die sterblichen Überreste eines Piloten gefunden, schrieb al-Ansari. Es sei Kontakt zum Iran aufgenommen worden, um die Übergabe zu koordinieren. Katar habe auch ein iranisches Team eingeladen, um sich über die Einzelheiten der Such- und Rettungsmaßnahmen zu informieren. Die Einladung sei jedoch unbeantwortet geblieben.
© SZ/dpa/Reuters/KNA/epd/Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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