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Krise im Nahen Osten:Wie sich der Konflikt auf den Flugverkehr auswirkt

EgyptAir Flight MS804 disappears from radar while en route from P

Kairos Flughafen ist wegen seiner Lage ein wichtiger Knotenpunkt für den Flugverkehr in der arabischen Welt.

(Foto: Khaled Elfiqi/dpa)

Wegen der Spannungen im Nahen Osten sagen Luftfahrtbehörden und Fluglinien aus aller Welt Flüge in oder durch die Region ab. Auch ein Lufthansa-Flug von Frankfurt aus ist gestrichen worden.

Als Vergeltung für die gezielte Tötung des einflussreichen Generals Qassim Soleimani durch die USA hat Iran die US-Truppen im Irak angegriffen. Die USA hatten zuvor mit massiven Gegenangriffen gedroht. Immer mehr Luftfahrtbehörden und Fluglinien sagen nun Verbindungen in oder durch die Region ab.

Nach dem iranischen Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Irak untersagte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und in Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen" nicht mehr operieren.

Die russische Luftfahrtbehörde spricht offenbar kein Verbot aus, rät aber den russischen Fluggesellschaften, den Luftraum über dem Irak, Iran, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zu vermeiden. Dies gelte bis auf weiteres für zivile Flüge - auch für Transitflüge, zitiert die Nachrichtenagentur RIA aus einer Stellungnahme der Behörde.

Die Lufthansa hat den für Mittwoch geplanten Flug von Frankfurt in die iranische Hauptstadt Teheran gestrichen. Außerdem fliegen Lufthansa und ihre Tochter Austrian Airlines am Mittwoch nicht nach Erbil. Wie es in den kommenden Tagen weitergehe, werde noch entschieden, sagte die Fluggesellschaft der SZ. Mehrere Flugrouten sollen vorsorglich geändert werden. Dies betreffe vor allem Flüge an den Golf und nach Asien. Dieses Rerouting könne zu Verzögerungen führen.

Alle Flüge, die den Luftraum über Iran oder dem Irak kreuzen, streicht Air France.

Die staatliche Fluggesellschaft des Emirats Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Emirates, streicht einen Rückflug am Mittwoch in die irakische Hauptstadt Bagdad. Die Entwicklung werde sorgsam beobachtet, teilt Emirates mit. Die Schwestergesellschaft flydubai hat ebenfalls einen Flug nach Bagdad gestrichen.

Aus Ägypten fliegt seit Dienstag keine Maschine der staatlichen Fluggesellschaft Egyptair nach Bagdad. Sämtliche Egyptair-Flüge aus Kairo in die irakische Hauptstadt seien von Mittwoch bis Freitag gestrichen worden, teilte das Ministerium für zivile Luftfahrt mit. Grund seien die "derzeitigen Umstände und die instabile Sicherheitslage" in Bagdad, hieß es. Mit dem Schritt solle die Sicherheit der Passagiere gewährleistet werden, bis die Situation sich wieder entspannt habe.

Kairo ist wegen seiner Lage ein wichtiger Knotenpunkt für den Flugverkehr in der arabischen Welt. 2017 nutzten den internationalen Flughafen in Ägyptens Hauptstadt knapp 16 Millionen Passagiere.

Wenige Stunden nach Irans Attacke im Irak ist nahe Teheran ein Linienflieger mit mehr als 170 Insassen abgestürzt. Bei dem Unglück der Maschine der Ukraine International Airlines auf dem Weg nach Kiew hat niemand überlebt. Ersten Erkenntnissen zufolge soll der Grund ein technischer Defekt an der Boeing 737 gewesen sein. Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Absturz und dem Konflikt in der Region gibt es bislang nicht. Ukraine International Airlines hat nach dem Absturz alle Flüge nach Teheran eingestellt.

© SZ.de/rtr/dpa/jsa/jael
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