Iran:Wenn das Kopftuch zum Verhängnis wird

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Iran: Iranische Zeitungen berichten groß über das Schicksal der 22-jährigen Mahsa Amini.

Iranische Zeitungen berichten groß über das Schicksal der 22-jährigen Mahsa Amini.

(Foto: WANA NEWS AGENCY/REUTERS)

Nachdem eine Frau in Gewahrsam der Sittenpolizei ums Leben kam, reißen die Proteste in Teheran und anderen Städten nicht ab. Das theokratische Regime fürchtet von jeher um seine Stabilität.

Von Tomas Avenarius, Istanbul

Nach dem Tod einer jungen Frau im Gewahrsam der Sittenpolizei halten in Iran die Bürgerproteste an. Die 22-jährige Mahsa Amini war am vergangenen Dienstag in Teheran von der Religionspolizei festgesetzt worden, weil sie ihr Kopftuch angeblich zu locker und "unsittlich" getragen hatte. Auf der Polizeistation kam sie unter bisher ungeklärten Umständen ums Leben. In den sozialen Medien hieß es, Mahsa Amini sei von den Sittenwächtern im Polizeiwagen auf den Kopf geschlagen worden, später ins Koma gefallen und verstorben. Die Behörden bestritten jede Gewaltanwendung: Die Frau sei einem Herzanfall erlegen. Man habe sie auf die Wache gebracht, um sie über die in der Islamischen Republik geltenden Moral- und Kleidungsvorschriften aufzuklären.

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