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Iran:Kampfjet nahe Atomkraftwerk Buschehr abgestürzt

In der Nähe der Atomanlage Buschehr ist ein iranisches Flugzeug abgestürzt - kurz bevor das erste iranische Atomkraftwerk in wenigen Tagen eingeweiht werden. Teheran warnt unterdessen Israel und Amerika vor einem Angriff auf die Anlage.

Nur wenige Tage vor der Einweihung der iranischen Atomanlage Buschehr kam es in der Nähe des Kraftwerks zu einem Zwischenfall - und die Regierung in Teheran warnt Amerika und Israel vor Angriffen auf den Reaktor.

Ein iranischer Kampfjet stürzte am Persischen Golf ab, ganz in der Nähe von Buschehr.

Beide Piloten der Maschine vom Typ F4 hätten sich mit dem Schleudersitz gerettet, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr.

Iran hat den Westen unterdessen vor möglichen Angriffen auf seine Atomanlage in Buschehr gewarnt. "Jegliche Aggression" werde einen "ernsten Gegenschlag" nach sich ziehen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ramin Mehmanparast, am Dienstag in Teheran. Ein Angriff auf Buschehr würde ein "internationales Verbrechen" darstellen, fügte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, laut der Nachrichtenagentur Irna hinzu.

Die Warnung dürfte vor allem an die Adresse Israels gerichtet sein: Israel, aber auch die USA, bekräftigen regelmäßig, dass sie einen Angriff gegen Iran nicht ausschließen, um dessen umstrittenes Atomprogramm zu stoppen.

Zuvor hatte der frühere US-Gesandte bei der UN, John Bolton, erneut die Möglichkeit einer israelischen Attacke ins Spiel gebracht. Israel blieben noch acht Tage für einen Luftangriff auf Buschehr, um das Hochfahren des Atomkraftwerks zu verhindern, sagte Bolton am Montag dem Fernsehsender Fox News.

Wenn das Kraftwerk einmal in Betrieb sei, werde es wegen der Gefahr einer radioaktiven Verseuchung für einen Angriff zu spät sein. Zugleich äußerte sich Bolton skeptisch über die Wahrscheinlichkeit einer solchen Attacke. Er fürchte, dass die Gelegenheit bereits verstrichen sei. Bolton ist seit langem Vertreter einer extrem harten Linie gegenüber Iran. Er repräsentierte die Regierung von George W. Bush in der UN, hat jedoch keinen direkten Einfluss auf die Außenpolitik Barack Obamas.

Das mit Hilfe Russlands gebaute Kraftwerk in Buschehr soll ungeachtet der Sanktionen gegen Teheran planmäßig am 21. August mit einem Festakt eingeweiht werden.

Zunächst soll der Brennstoff auf das Gelände der Anlage am Persischen Golf gebracht werden.

Erst eine Woche später wird auch der Reaktor damit bestückt. Bis das AKW dann zur vollen Leistung hochgefahren sei, würden aber noch mehr als sechs Monate vergehen, heißt es. Erst vor wenigen Wochen waren die letzten entscheidenden Tests des ersten iranischen Atomkraftwerks absolviert worden.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte Russlands Pläne kritisiert, den Reaktor in Betrieb gehen zu lassen. Der Westen befürchtet, das Land könnte heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen arbeiten. Iran hat dagegen stets betont, sein Atomprogramm verfolge lediglich das Ziel der Stromgewinnung. Im Juni hatten die UN neue Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt.

© dpa/segi/dmo

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