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Iran:Dutzende Tote und Verletzte bei Angriff auf Militärparade

Militärparade im Iran

In Iran wird am Samstag mit Militärparaden an den Beginn des Kriegs mit dem Irak von 1980 bis 1988 erinnert. Bei dieser Parade in Teheran ist Hassan Rohani zugegen.

(Foto: dpa)
  • Bei einer Militärparade im Südwesten Irans sind mindestens 29 Menschen erschossen worden.
  • Sowohl der sogenannte "Islamische Staat" als auch die sunnitische Separatistengruppe "Al-Ahwasieh" reklamieren den Angriff für sich.
  • In Iran wird am Samstag mit Militärparaden an den Beginn des Kriegs mit dem Irak 1980 erinnert.

Bei einem Angriff auf eine Militärparade in Iran sind am Samstag mindestens 29 Menschen getötet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna handelt es sich bei den Toten in der Stadt Ahwas im Südwesten des Irans nicht nur um Soldaten der Revolutionsgarden, sondern auch um Zivilisten, unter ihnen Kinder.

Die Zahl der Todesopfer könne weiter ansteigen, da viele der 57 Verletzten in Lebensgefahr schwebten. Unter den Toten seien Soldaten und Zivilisten, sagte der Vize-Gouverneur der Provinz Chusestan, Ali-Hossein Hosseinsadeh.

Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars berichtete, hatten während der Parade bewaffnete Männer in die Zuschauermenge geschossen. Anschließend versuchten sie demnach, auch auf die Tribüne für offizielle Besucher zu feuern. Sicherheitskräfte hätten sie dann niedergeschossen.

Bei den Schützen handelte es sich offenbar um Mitglieder der sunnitischen Separatistengruppe "Al-Ahwasieh". Zunächst hieß es, zwei seien erschossen und zwei verhaftet worden. Das Staatsfernsehen berichtet nun, dass alle vier getötet worden seien. Die Gruppe hat die Verantwortung für den Angriff übernommen. Laut Teheran wird die Gruppe von Saudi-Arabien unterstützt. Ihre Mitglieder sollen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sein. Auch das IS-Sprachrohr Amaq verbreitete eine Bekennernachricht. IS-Kämpfer hätten "eine Versammlung iranischer Truppen" angegriffen.

In den iranischen Kurdengebieten sind mehrere Rebellengruppen aktiv

Iran erinnert am Samstag mit Militärparaden an den Beginn des Kriegs mit dem Irak von 1980 bis 1988. Ahwas liegt in der mehrheitlich von Arabern bewohnten Provinz Chusestan an der Grenze zum Irak. Weiter nördlich kommt es immer wieder zu Angriffen kurdischer Rebellen auf Militärpatrouillen. Angriffe in größeren Städten sind aber selten.

Außenminister Mohammed Dschawad Sarif schrieb auf Twitter, "regionale Terror-Sponsoren und ihre US-Herren" seien für den Angriff verantwortlich. "Iran wird schnell und entschieden zur Verteidigung iranischer Leben antworten." Die Revolutionsgarden machten von Saudi-Arabien finanzierte "Terroristen" für den Angriff verantwortlich.

In den iranischen Kurdengebieten sind seit Jahrzehnten Rebellengruppen aktiv, die für mehr Rechte und mehr Autonomie der ethnischen Minderheit kämpfen. In der gebirgigen Region an der Grenze zum Irak und zur Türkei gibt es regelmäßig Gefechte zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften. Im Juni 2017 waren bei einem Angriff auf das Parlament und das Mausoleum von Ayatollah Khomeini in Teheran 17 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Noch während des Angriffs bekannte sich die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) zu der Tat. Bis dahin war der mehrheitlich schiitisch geprägte Iran von Anschlägen der sunnitischen IS-Miliz verschont geblieben.

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