Die zweiwöchige Waffenruhe ist zwar da, doch sie ist brüchig. Am Mittwoch wurden erneut Explosionen in Iran und auch in den Golfstaaten gemeldet. Israel hat eine weitere Großoffensive in Libanon gestartet, als Reaktion erwägt Iran offenbar, die Feuerpause nur einen Tag nach ihrem Zustandekommen wieder zu beenden. Nahost-Korrespondent Bernd Dörries schildert, wie die Kämpfe zwischen Iran und Israel weitergehen, und warum diese das gerade geschlossene Abkommen gefährden. Im SZ-Nachrichtenpodcast „Auf den Punkt“ ordnet Krisenreporter Tomas Avenarius das Geschehen ein. In unserem Liveblog können Sie sich jederzeit über die neuesten Entwicklungen informieren.
Die Märkte jedenfalls haben erleichtert auf die Vereinbarung der Waffenruhe reagiert. Meine Kolleginnen aus dem Wirtschaftsressort erklären, wie sich die Entwicklungen auf den Spritpreis und die Aktienkurven auswirken – und warum es selbst im Fall eines schnellen Friedensschlusses noch dauern wird, bis sich die Weltwirtschaft von dem Schock erholt hat. Der Chef der Internationalen Energieagentur warnt im SZ-Interview mit Paris-Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid sogar: „Wir werden die Folgen viele Monate spüren, wenn nicht Jahre.“
Für ihre ausbleibende Hilfe im Iran-Krieg überlegt die US-Regierung mehrere Natostaaten abzustrafen, in Deutschland könnte eine Militärbasis geschlossen werden. Kurz zuvor hatte sich Trump mit Nato-Generalsekretär getroffen – das Gespräch scheint den US-Präsidenten verärgert zu haben, schreibt Charlotte Walser.
Wolfgang Kubicki will FDP-Chef werden – diese Meldung machte über Ostern die Runde. Kubicki ist bekannt, wiedererkennbar, er polarisiert – alles wertvolle Attribute im politischen Kampf um Aufmerksamkeit, wie mein Feuilleton-Kollege Gustav Seibt schreibt. Seiner Ansicht nach steht Kubicki dennoch für die Vergangenheit. Warum, erfahren Sie in seinem lesenswerten Essay.
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag!
Was heute wichtig ist
Weitere Angriffe zwischen Israel und Hisbollah – Iran erwägt Ende der Waffenruhe. Trotz der vor einem Tag vereinbarten Feuerpause hat Israel eine Großoffensive in Libanon gestartet. Die Hisbollah wertet das als Verstoß und greift Israel weiter an. Nun erwägt Iran offenbar, die Waffenruhe aufzukündigen. Die Straße von Hormus scheint weiter blockiert zu werden. Zum Liveblog zum Krieg in Iran
- Liveblog zum Krieg in der Ukraine: Russland hofft nach Iran-Waffenruhe auf Verhandlungen mit den USA
- USA: Donald Trump ist der König der verstrichenen Ultimaten
Nato: Trump wirkt nach Gespräch mit Rutte verärgert. Der Nato-Generalsekretär hat bei seinem Besuch im Weißen Haus versucht, Donald Trump zu besänftigen. Doch dieser bleibt bei seiner Kritik am Bündnis und wirft den Natostaaten vor allem mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg vor. Zum Artikel
Champions League: Rückschlag für Flicks Barcelona. Der FC Barcelona unterlag im eigenen Stadion gegen Atletico Madrid 0:2 (0:1) und benötigt im Rückspiel am kommenden Dienstag eine Aufholjagd, um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. Nach einer roten Karte für Pau Cubarsí, verwertete Julián Álvarez den fälligen Freistoß traumhaft zur Führung. In Überzahl erhöhte Alexander Sörloth. Zum Artikel
Kabinenpersonal der Lufthansa streikt am Freitag. Die Gewerkschaft Ufo hat einen Streik von 00.01 Uhr bis 22 Uhr angekündigt. Alle Abflüge in Frankfurt und München sollen in dieser Zeit bestreikt werden, parallel werden die Kabinenbeschäftigten der Cityline an neun deutschen Flughäfen die Arbeit niederlegen. Zum Artikel
Weitere wichtige Themen
- München: Illegale Habeck-Projektion am Siegestor – Grüne müssen Bußgeld bezahlen
- MEINUNG Cybersicherheit: Bald sind wir alle Hacker
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Dossier Digitalwende: Der Stand des deutsch-indischen KI-Pakts. Deutschland setzt auf Indiens Software- und KI-Kompetenz, Indien auf besseren Zugang zum deutschen Mittelstand. Eine neue Initiative in Berlin soll zeigen, ob aus dem gemeinsamen KI-Pakt mehr wird als Absichtserklärungen und Strategiepapiere. Auch wichtig: Der neue „Digital-Kompass“ soll die digitale Teilhabe von Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten stärken. Zum Briefing
Dossier Geoökonomie: Peking zeigt am Golf die Macht der Geduld. Die USA haben kein erkennbares Ziel erreicht, während der Iran-Krieg China erneut gestärkt hat. Peking hat sich dafür einfach zurückgehalten und die Fehler der USA abgewartet. Zugleich hat es in der Region Beziehungen zu allen Konfliktparteien ausgebaut. Chinas Lieferungen von Drohnenteilen zeigen zugleich die Macht der hybriden Kriegsführung. Zum Briefing

