Proteste in Iran:"Unsere Wut gilt nicht nur dem Kopftuchzwang"

Lesezeit: 3 min

Proteste in Irans Hauptstadt Teheran nach dem Tod von Mahsa Amini.

Proteste in Irans Hauptstadt Teheran nach dem Tod von Mahsa Amini.

(Foto: dpa)

Nach dem Tod einer 22-Jährigen, die von Teherans Sittenpolizei wegen eines locker sitzenden Kopftuchs festgenommen wurde, ist Iran im Aufruhr. In etlichen Städten demonstrieren junge Menschen - und wehren sich gegen die Sicherheitskräfte.

Von Tomas Avenarius, Istanbul

Die Bilder im Netz erzählen eine Menge, vielleicht sogar fast alles. Ein Zivilpolizist greift sich zwischen den Autos auf der vielbefahrenen Straße einen der Protestierenden, zerrt ihn weg, will ihn abführen. Doch dann folgen in dem Video Geschrei und chaotisches Gehupe. Es ist offenbar das Signal für ganze Gruppen junger Männer. Sie laufen los, bedrängen die Häscher, befreien den Mann. Der kurze Film stammt aus der iranischen Stadt Kerman und die Proteste gelten dem Schicksal von Mahsa Amini. Die 22-Jährige wurde vor einigen Tagen in Teheran von Sittenpolizisten wegen ihres zu locker sitzenden Kopftuchs festgenommen und von den Tugendwächtern angeblich zu Tode geprügelt.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Interview mit Sido
"Mein Problem war selbst für die Profis relativ neu"
Arbeitskultur
Du bist nicht dein Job
Digitale Welt und Psyche
Mehr, mehr, mehr
Two sad teens embracing at bedroom; Trauer
Tod und Trauer
Wie man trauernden Menschen am besten hilft
Psychologie
Wie sehr prägen uns unsere Geschwister?
Zur SZ-Startseite