bedeckt München
vgwortpixel

Atomabkommen:"Großer Schritt in die falsche Richtung"

Präsident Ruhani besucht Atomkraftwerk

Hassan Rohani, Präsident des Iran, besucht ein Atomkraftwerk 2015.

(Foto: dpa)
  • Von dem einst als historisch gefeierten Wiener Atomabkommen ist nicht mehr viel übrig.
  • Nach den USA steigt auch Iran schrittweise aus und kündigt an, die Urananreicherung wieder auszuweiten.
  • Das sei ein "großer Schritt in die falsche Richtung", sagen die USA.

Die USA verurteilen die Aktivitäten zur Atomreicherung Irans scharf. Die Ausweitung der Urananreicherung unter Missachtung der nukleareren Verpflichtungen aus dem Atomabkommen sei "ein großer Schritt in die falsche Richtung", sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums.

Die Regierung in Teheran hatte angekündigt, Urangas in die Zentrifugen in der unterirdischen Anreicherungsanlage Fordow zu injizieren. Iran sei bereit, den Gaszufluss wieder zu stoppen, sobald die übrigen Vertragspartner aus dem Atomabkommen ihre Verpflichtungen einhielten, sagte Präsident Hassan Rohani zuvor in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Ansprache. Er wisse, wie empfindlich die anderen Länder mit Blick auf die Zentrifugen in Fordow seien. "Aber wir können nicht hinnehmen, dass wir einseitig alle Auflagen erfüllen und sie nicht." Nach dem Atomabkommen dürfe Iran die Zentrifugen zwar laufen lassen, aber kein Gas einleiten.

"Wir unterstützen die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) voll und ganz bei der Durchführung ihrer unabhängigen Verifikationsrolle in Iran und erwarten von der IAEA, über etwaige Entwicklungen zu berichten", gab der Sprecher des US-Außenministeriums in einer Erklärung bekannt.

Die USA waren 2018 einseitig aus dem Atomabkommen mit Iran ausgestiegen und haben seither harte Sanktionen gegen das Land verhängt. Iran reagiert darauf seit einiger Zeit, indem er Schritt für Schritt immer weniger Verpflichtungen aus der Vereinbarung von 2015 einhält.

Energie Es festigen sich Allianzen illiberaler Staaten

Aramco-Börsengang

Es festigen sich Allianzen illiberaler Staaten

Der saudische Öl-Konzern Aramco geht an die Börse - und es ist geopolitisch überaus aufschlussreich, wer sich als Investor andient: Staatsfonds aus Russland und China.   Kommentar von Paul-Anton Krüger