AnklageMutmaßliche Anschlagspläne gegen Beck und Schuster im Auftrag Irans

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Volker Beck und Josef Schuster im Jahr 2016.
Volker Beck und Josef Schuster im Jahr 2016. Jörg Carstensen/picture alliance / dpa

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft waren wohl Ziel von Mordplänen. Nun werden zwei Männer angeklagt.

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Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die an mutmaßlichen Anschlagsplänen des iranischen Geheimdienstes in Deutschland beteiligt gewesen sein sollen. Das teilte die Behörde mit. Anschlagsziele sollen zwei prominente Personen gewesen sein: der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sowie der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck. Zuerst hatte der Spiegel berichtet.

Vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg sind nach Angaben der Bundesanwaltschaft der aus Afghanistan stammende Däne Ali S. und der Afghane Tawab M. angeklagt. Ali S. werden unter anderem geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu Sabotagezwecken sowie der Versuch der Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung vorgeworfen. Tawab M. soll sich wegen versuchter Beteiligung an einem Mord verantworten.

Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft soll Ali S., der vor seiner Verhaftung in Dänemark lebte, für den Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarde gearbeitet und enge Kontakte zu den Al-Quds-Brigaden unterhalten haben, einer Eliteeinheit der Revolutionsgarde. Anfang 2025 habe er den Auftrag erhalten, Informationen über Schuster und Beck einzuholen.

Jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausgespäht

Darüber hinaus soll Ali S. zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausgespäht haben. Die Ermittler gehen nach Angaben der Bundesanwaltschaft davon aus, dass dies der Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen in Deutschland diente. Im Frühjahr 2025 habe Ali S. in Berlin mehrere Orte ausgekundschaftet und nach möglichen Komplizen gesucht.

Spätestens im Mai 2025 soll er Kontakt zu Tawab M. aufgenommen haben. Dieser habe sich bereiterklärt, einem unbekannten Dritten eine Waffe zu verschaffen und ihn zu einem Mordanschlag auf Schuster zu veranlassen. Konkrete Mordversuche gab es in diesem Zusammenhang nicht.

Ali S. wurde den Angaben zufolge am 26. Juni 2025 in Dänemark festgenommen, Tawab M. am 5. November 2025. Beide wurden später nach Deutschland überstellt und befinden sich in Untersuchungshaft. Der erste Hinweis auf den mutmaßlichen Spion kam laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) von einem befreundeten Nachrichtendienst aus dem Ausland. Man habe mit mehreren ausländischen Diensten in der Sache kooperiert, sagte er nach der ersten Festnahme im vergangenen Jahr. Eine mit dem Thema vertraute Quelle bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad beteiligt war. Das Auswärtige Amt bestellte nach der Festnahme den iranischen Botschafter ein.

Der Verteidiger von Ali S. erklärte dem Spiegel, man werde den Vorwürfen entgegentreten; für seinen Mandanten gelte die Unschuldsvermutung. Iran hatte die Vorwürfe damals entschieden zurückgewiesen. Die iranische Botschaft in Berlin sprach von „unbegründeten und gefährlichen Behauptungen“, wie die regierungsnahe Nachrichtenagentur Isna berichtete.

Der Verteidiger von Tawab M. wollte sich demnach nicht äußern. Beck forderte als Reaktion die Ausweisung des iranischen Botschafters. Auf der Plattform X schrieb er, dass er im Sommer 2025 sechs Wochen in dem Wissen gelebt habe, jederzeit mit einem Anschlag rechnen zu müssen.

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