Bei einer Serie von Anschlägen im Irak sind nach Angaben von Polizei und Rettungskräften mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Personen seien verletzt worden, als mehrere Sprengsätze in Autos gezündet worden seien, verlautete am Dienstag aus Kreisen der Polizei und aus Krankenhäusern. Ziel der Attentate seien Märkte und belebte Einkaufsstraßen gewesen.
In der Hauptstadt Bagdad gingen nacheinander acht Autobomben und weitere Sprengsätze hoch. Auch außerhalb der Metropole kamen Menschen zu Tode, als die in Autos versteckten Bomben explodierten. In der 30 Kilometer von Bagdad entfernten Stadt Nahrawan und in einem Bagdader Vorort waren Geschäfte und ein Markt Ziele der Attentäter.
Die Bomben explodierten kurz vor dem Beginn des Fastenbrechens zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Betroffen waren demnach sowohl von schiitischen als auch von sunnitischen Muslimen bewohnte Stadtteile.
In der Stadt Falludscha, etwa 70 Kilometer westlich von Bagdad, wurde ein Polizist erschossen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. In der Provinz Dijala nördlich der Hauptstadt töteten Sicherheitskräfte zwei Aufständische in ihrem Fahrzeug, das mit Sprengstoff beladenen war.
Seit Jahresbeginn werden im Irak fast täglich Anschläge verübt. Erst vor einer Woche sind bei einer Serie von Attentaten im Land mehr als 60 Menschen gestorben. Im Juli kamen nach Angaben der Vereinten Nationen insgesamt mehr als tausend Menschen gewaltsam ums Leben. Zuletzt hatte es derartig hohe Zahlen im Jahr 2008 gegeben.
Grund sind wachsende Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden. Das Innenministerium sagte, die Konflikte seien mittlerweile zu einem "offenen Krieg" eskaliert. Viele Anschläge werden sunnitischen Aufständischen angelastet. Sie fühlen sich von der schiitischen Mehrheit unterdrückt, die nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003 das Sagen hat.