Irak:Mehr als 80 Menschen werden bei Anschlägen getötet

Die Terrorwelle dauert an: Nach zahlreichen Anschlägen in den vergangenen Tagen kommen bei Explosionen im Irak erneut zahlreiche Menschen ums Leben. Die prekäre Situation im Land verschärft sich auch durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien.

Bei der Explosion mehrerer Autobomben in der irakischen Hauptstadt Bagdad und der Hafenstadt Basra sind fast 90 Menschen ums Leben gekommen. Krankenhäuser und Sicherheitskräfte meldeten bis zum Abend immer steigende Zahlen von Todesopfern. Zuletzt war von mehr als 80 Toten die Rede, darunter 24 Polizisten. Zahlreiche weitere erlitten Verletzungen. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen detonierten die Sprengsätze am Montag kurz hintereinander an verschiedenen Orten.

Bereits am Sonntag waren mehrere Menschen bei Anschlägen im Westen des Landes getötet worden. Bei Haditha, 190 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bagdad, sind Polizeikreisen zufolge sieben Polizisten ums Leben gekommen, als Islamisten Kontrollpunkte und Patrouillen angegriffen haben. In Rawa, das 260 Kilometer nordwestlich von Bagdad liegt, seien drei Polizisten getötet worden, zwei wurden verletzt.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Auch am Freitag und Samstag war es zu mehreren Terrorangriffen gekommen.

In der Wüste der westlichen Provinz Al-Anbar fand die Polizei die Leichen von 14 Entführungsopfern. Bei den Getöteten handele es sich um Angehörige der Sicherheitskräfte und Reisende, die von Geiselnehmern in den vergangenen Tagen in der vorwiegend von Sunniten bewohnten Provinz verschleppt worden seien.

Die Lage im Irak ist durch den Bürgerkrieg in Syrien unsicherer geworden. In dem Nachbarland spaltet der Konflikt längst nicht mehr nur Anhänger und Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, sondern auch die Religionsgruppen. Diese Spannungen wirken sich auch auf die Schiiten und Sunniten im Irak aus, aus dem sich die letzten US-Truppen Ende 2011 zurückgezogen haben. Durch den Konflikt zwischen den sunnitischen Parteien und dem schiitischen Regierungschef Nuri al-Maliki hat die Gewalt gegen Zivilisten dramatisch zugenommen.

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