Irak Irakische Truppen entdecken Massengrab

  • Irakische Truppen haben nach Militärangaben bei ihrem Vorstoß auf die umkämpfte Stadt Falludscha ein Massengrab mit etwa 400 Toten gefunden.
  • Bei den meisten Opfern handele es sich um Militärangehörige, die von der Terrormiliz IS festgehalten und umgebracht wurden, sagten Behörden.

Irakische Sicherheitskräfte haben in der Nähe der IS-Hochburg Falludscha ein Massengrab mit schätzungsweise 400 Leichen entdeckt. Ein Polizeivertreter sagte nach dem Fund in der Stadt Saklawija, es handele sich offenbar um Opfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Eine offizielle Bestätigung aus der irakischen Hauptstadt Bagdad gab es zunächst nicht.

Angehörige der irakischen Polizei, der Armee und der schiitischen Miliz Hasched al-Schaabi seien auf das Massengrab gestoßen, als sie in der Stadt Saklawija, zehn Kilometer nordwestlich von Falludscha entfernt, Minen räumten. Bei den etwa 400 Toten handele es sich vornehmlich um irakische Soldaten, es seien aber auch "ein paar Zivilisten" dabei. Die meisten seien erschossen worden. Die Sicherheitskräfte hätten das Grab geöffnet und damit begonnen, die Leichen zur Identifikation fortzuschaffen.

Bagdad kündigt eine Untersuchung an

Zu den möglichen Hintergründen der Exekutionen sagte der Polizeivertreter, der IS habe "Ende 2014 und Anfang 2015 viele Mitglieder des Militärs ebenso wie Zivilisten in dieser Gegend hingerichtet". Die Regierung in Bagdad kündigte an, möglichen Vergehen regierungstreuer Kämpfer gegen Zivilisten rund um Falludscha nachzugehen.

Irakische Truppen hatten am Samstag den Ort Saklawija im Nordwesten Falludschas vom IS zurückerobert. Falludscha liegt rund 70 Kilometer westlich der Hauptstadt Bagdad und ist nach der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste IS-Hochburg im Krisenland Irak. Die Extremisten kontrollieren Falludscha seit Januar 2014.

Irak

Irakisches Militär marschiert in Falludscha ein

Zehntausende Zivilisten sitzen in der von der Terrormiliz Islamischer Staat belagerten Stadt fest.