Irak Großangriff auf Falludscha steht offenbar bevor

Die US-Armee hat Bombenangriffe auf die irakische Stadt geflogen und mehr als 10.000 Soldaten vor der sunnitischen Rebellenhochburg zusammen gezogen. Unterdessen wurde bekannt, dass erneut Waffen aus den Arsenalen des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein verschwunden sind.

Ungeachtet der Warnungen von UN-Generalsekretär Kofi Annan vor einer Großoffensive auf die westirakische Stadt Falludscha verstärkten amerikanische und irakische Soldaten in der Nacht zum Samstag unterdessen ihre Angriffe auf diese Rebellenhochburg.

Vor Morgengrauen wurden nach Angaben der Streitkräfte fünf 500-Pfund-Bomben auf verschiedene Ziele in der sunnitischen Rebellenhochburg westlich von Bagdad abgeworfen.

Stunden zuvor riefen die Truppen Frauen und Kinder zum Verlassen der Stadt auf, in der 300.000 Menschen leben. Die Stadt ist inzwischen abgeriegelt, mehr als 10.000 US-Soldaten wurden zusammengezogen.

In der Stadt werden bis zu 5000 Aufständische vermutet. Auch der jordanische Topterrorist Abu Mussab al-Sarkawi soll dort Unterschlupf gefunden haben.

Die Terrorgruppe des Jordaniers soll für zahlreiche Anschläge sowie für die Entführung und Enthauptung mehrerer ausländischer Geiseln im Irak verantwortlich sein.

Waffen verschwunden

Nach einem Bericht der New York Times sind im Irak mindestens 4000 schultergefeuerte Raketenwerfer aus den Arsenalen des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein verschwunden.

Unklar sei, ob die oft von Aufständischen und Rebellen genutzten Raketenwerfer noch im Irak oder außer Landes geschmuggelt worden seien, zitierte die Zeitung einen Regierungsbeamten.

Die Raketenwerfer sind billig und leicht zu bedienen. Mit den Waffen können kommerzielle Flugzeuge beim Starten und Landen abgeschossen werden.

Erst im Oktober war ans Licht gekommen, dass mehr als 300 Tonnen Sprengstoff aus einem Waffenlager im Irak verschwunden sind, das früher von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) bewacht worden war.