Irak:Anschlag auf Iraks Regierungschef scheitert

Lesezeit: 1 min

Irakischer Regierungschef übersteht Drohnenangriff

Mustafa al-Kasimi, ist seit Mai 2020 Ministerpräsident des Irak.

(Foto: Susan Walsh/dpa)

Mustafa al-Kasimi übersteht einen Drohnenangriff in seiner Residenz in Bagdad unverletzt. Wer dahinter steckt, ist noch unbekannt.

Von Johannes Korsche, München

Der irakische Regierungschef Mustafa al-Kasimi hat am Sonntag einen Drohnenangriff auf seine Residenz in Bagdad unverletzt überstanden. "Der Premier blieb unversehrt und er ist bei guter Gesundheit", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ina aus einer Mitteilung des militärischen Sicherheitszentrums. Al-Kasimi selbst twitterte kurz darauf ebenfalls, dass es ihm gut gehe. "Ich fordere von allen Ruhe und Zurückhaltung im Irak", so der Regierungschef.

Bei dem Angriff am frühen Morgen sei eine mit Sprengstoff gefüllte Drohne eingesetzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Ina. Die Agentur veröffentlichte Aufnahmen von Zerstörungen an einem Gebäude. Nach bisher unbestätigten Berichten des Senders Al Arabiya wurden mindestens fünf Leibwächter des Regierungschefs verletzt. Die Sicherheitskräfte hätten die "notwendigen Maßnahmen" ergriffen, hieß es weiter in der Mitteilung.

Die Residenz des Regierungschefs liegt innerhalb der besonders geschützten "Grünen Zone" im Zentrum der irakischen Hauptstadt. Westliche Diplomaten berichteten, sie hätten dort Explosionen und Schüsse gehört. Anhänger schwer bewaffneter Gruppen, die Iran nahestehen, hatten in den vergangenen Wochen immer wieder in der Nähe der "Grünen Zone" demonstriert. Sie protestierten gegen das Ergebnis der letzten Parlamentswahl, bei der ihre parlamentarische Macht beschnitten wurde. Bei den Parlamentswahlen im Oktober hatte die Partei des schiitischen Klerikers Moktada al-Sadr nach offiziellen Angaben mit klarem Vorsprung gewonnen. Einer der einflussreichsten pro-iranischen Politiker im Irak, Hadi al-Amiri, hatte den Wahlsieg al-Sadrs jedoch nicht anerkannt. Erst am Freitag war es in Bagdad erneut zu schweren Zusammenstößen gekommen, bei denen mehr als 100 Menschen verletzt wurden.

Über die Hintergründe oder Urheber des Angriffs auf Mustafa al-Kasimi gab es zunächst keine Informationen. Noch hat sich keine Gruppe zu dem versuchten Attentat bekannt.

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