Süddeutsche Zeitung

Interview mit Aydan Özoğuz:"Es wäre eine großartige Geste"

  • Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, spricht im Interview mit der Süddeutschen Zeitung über die doppelte Staatsbürgerschaft und Flüchtlingsströme nach Europa.
  • Das ganze Interview erscheint heute in der gedruckten und digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung, Aydan Özoğuz, fordert eine Ausweitung der Doppelpass-Regelung.

Die einstigen Gastarbeiter profitierten von der vergangenes Jahr verabschiedeten großzügigeren Doppelpass-Regelung nicht - "obwohl auch sie es waren, die unser Land mit aufgebaut haben`, sagte Özoğuz der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag).

"Es wäre eine großartige Geste, diesen Menschen bei der Einbürgerung ihre alte Staatsangehörigkeit zu lassen. Davon könnten bis zu einer Million ehemalige Gastarbeiter profitieren", sagte sie weiter.

Migrationseinrichtungen in Nordafrika

Zudem sprach sich Özoğuz dafür aus, über Migrationseinrichtungen in Nordafrika nachzudenken. "Wenn es darum geht, die Menschen zu informieren, dann ist das eine Überlegung wert. Es dürfen aber keine unmenschlichen Lager sein."

Solche Einrichtungen wären ein Gewinn, wenn man Menschen, die wegen ihrer Ausbildung sowieso gefragt seien in Deutschland, "damit den gefährlichen Weg übers Meer ersparen kann". Bei vielen Flüchtlingen herrsche "oft Ahnungslosigkeit über unser System. Da wäre mehr Aufklärung und Information vor Ort natürlich hilfreich."

Aydan Özoğuz, 47, stammt aus Hamburg - und aus einer türkischen Familie. Ihre Eltern siedelten 1961 in die Hansestadt über, die Tochter machte in der SPD Karriere. Seit drei Jahren ist sie Vizevorsitzende der Partei, seit Dezember 2013 Staatsministerin im Kanzleramt und Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration.

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