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International - Königswinter:Laschet trifft russischen Außenminister Lawrow

Königswinter (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat angesichts der andauernden politischen Differenzen zwischen Russland und Deutschland zu einer Fortsetzung des Dialogs aufgerufen. Der zivilgesellschaftliche Petersburger Dialog leiste dazu einen wichtigen Beitrag, erklärte Laschet am Donnerstag.

Laschet traf kurz vor Beginn des deutsch-russischen Gesprächsforums auf dem Petersberg bei Bonn mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow zusammen. Erstmals seit Beginn der Ukraine-Krise 2014 waren mit Lawrow und Heiko Maas wieder zwei Außenminister dabei.

Laschet betonte, der Austausch in Politik, Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft müsse "auch in angespannten Zeiten lebendig bleiben, er soll Brücken bauen und Menschen verbinden". Aber auch "das Trennende gilt es offen anzusprechen". Der zweitägige Petersburger Dialog findet erstmals seit seiner Gründung in Nordrhein-Westfalen statt. Laschets Gespräch mit Lawrow war mit 30 Minuten für diplomatische Gepflogenheiten relativ lang angesetzt.

In das Gästebuch der Landesregierung schrieb Lawrow auf Russisch einen Gruß an NRW: "Mit den besten Wünschen für Bonn und alle Bewohner Nordrhein-Westfalens." Laschet betonte die Bedeutung des Petersburger Dialogs, der erstmals in NRW abgehalten wurde. "Russland ist wichtig für Europa, deswegen brauchen wir mehr solcher Formate." Russland sei auch für NRW ein wichtiger Wirtschaftspartner, etwa beim Import von Erdöl und Erdgas. "Das ist für unsere Industrie- und Energieversorgung wichtig, insbesondere mit Blick auf die Energiewende."

Der Petersburger Dialog war 2001 vom russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bundeskanzler Gerhard Schröder gegründet worden und findet seitdem jedes Jahr statt. 2012 nahmen mit Putin und Kanzlerin Angela Merkel zum bislang letzten Mal hochrangige Regierungsvertreter aus beiden Ländern teil. Dass jetzt wieder die Außenminister dabei sind, wird als Zeichen der Entspannung der Beziehungen zwischen beiden Ländern gewertet.