Integration:In den sozialen Medien hagelt es Kritik

Die Hardheimer Benimmregeln sorgen deutschlandweit für Kritik. Angelika von Loeper, Vorsitzende des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg, sieht in dem Dokument eine Aneinanderreihung von Vorurteilen. Es trage keineswegs dazu bei, die Ängste der Bürger abzubauen. "Ich halte das für einen falschen Ansatz und hochproblematisch", sagt sie. "Das nährt meiner Ansicht nach rassistische Tendenzen."

Auch in den sozialen Medien werden die Empfehlungen kontrovers diskutiert. Auf Twitter kritisieren viele Nutzer, dass Flüchtlinge darin zu Regeln ermahnt werden, an die sich auch viele Deutsche nicht halten. Gerade auf Massenveranstaltungen wie dem Oktoberfest fielen die einfachsten Benimmregeln häufig unter den Tisch.

So schreibt etwa diese Twitter-Nutzerin:

Ähnlich sieht das auch dieser Journalist, der selbst nicht immer alle Regeln einhält.

Nicht alle Reaktionen sind negativ

Doch nicht alle Reaktionen sind ablehnend. Die Benimmregeln seien "im Grunde gut gemeint und auch sinnvoll im Interesse der Flüchtlinge", sagt der evangelische Pfarrer von Hardheim, Markus Keller. Allerdings hält auch er manche Formulierungen für "wenig gelungen und klischeehaft."

"Mir ist nicht bekannt, dass die Flüchtlinge ihre Notdurft im Park verrichten", sagt Keller beispielweise. Allerdings sei der Hinweis auch nicht schlecht. "Ich habe auch schon gehört, dass manche Flüchtlinge nicht wissen, dass man das Toilettenpapier ins WC schmeißt. Stattdessen werfen sie es in den Mülleimer nebenan", sagt Keller.

Auch der Bundestagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende der CDU Württemberg-Hohenzollern, Thomas Bareiß, findet den Vorstoß der Gemeinde richtig. "Wenn Flüchtlinge nach Deutschland kommen, müssen sie sich an unsere Regeln halten. Hardheim sollte ein Beispiel für ganz Baden-Württemberg sein".

© sz.de/dpa/kir/epd/jly
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