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Weltall:Indien meldet Abschuss eines Satelliten

  • Indien hat offenbar ein Abwehrsystem erfolgreich getestet und einen Satelliten im Weltall abgeschossen.
  • Bislang verfügten nur die USA, Russland und China über ein solches Waffensystem.

Indien hat offenbar einen Durchbruch bei der militärischen Verteidigung im Weltall erzielt. Das Land habe mit dem Abschuss eines Satelliten in der Erdumlaufbahn ein neues Abwehrsystem erfolgreich getestet, erklärte Premierminister Narendra Modi. Indien wäre damit das vierte Land nach den USA, Russland und China, das über derartige Waffen verfügt.

Brahma Chellaney, Sicherheitsexperte beim Zentrum für Politikforschung in Delhi sagte über einen erfolgreichen Abschuss eines Satelliten durch Indien: "Der Weltraum wird zum Kriegsschauplatz, damit werden Abwehrwaffen erforderlich."

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Ziel sei es, Frieden zu sichern, sagte Modi und sprach im Fernsehen von einem Moment des Stolzes für das Land. "Indien hat sich als Weltraum-Macht einen Namen gemacht." Seit Jahren treibt die südasiatische Atommacht mit 1,3 Milliarden Einwohnern ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm voran, das Satelliten und Startvorrichtungen umfasst. Das Land will sich als günstigere Alternative zu westlichen Programmen positionieren. Modi sprach davon, dass ein Satellit in Höhe von 300 Kilometer abgeschossen worden sei.

Modi hatte im vergangenen Jahr angekündigt, Indien werde bis zum 75. Jahrestag der indischen Unabhängigkeit im Jahr 2022 als vierter Staat der Welt einen bemannten Flug ins Weltall starten.

Das pakistanische Außenministerium erklärte, jede Militärisierung des Weltalls solle unterbleiben. Die beiden Atommächte Indien und Pakistan hatten sich zuletzt Scharmützel an der Grenze in der umstrittenen Kaschmir-Region im Himalaya geliefert. Sie haben seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 bereits dreimal Krieg gegeneinander geführt.

Chinas Außenministerium forderte, im All Frieden zu bewahren. Das Land hatte im Jahr 2007 einen Satelliten abgeschossen und dabei für Weltraummüll mit 3000 Teilchen des zerstörten Geräts im Orbit gesorgt. Die Europäische Weltraumagentur ESA hatte vor kurzem gewarnt, dass der zunehmende Weltraummüll wegen der Kollisions-Gefahr auch die kommerzielle Satelliten-Nutzung gefährden könnte.

In Indien steht in wenigen Wochen eine Parlamentswahl an. Gewählt wird in sieben Phasen vom 11. April bis zum 19. Mai, ausgezählt wird am 23. Mai. Rund 900 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Modis hindu-nationalistische Partei BJP gilt als Favorit. Er würde bei einem Wahlsieg eine zweite fünfjährige Amtszeit als Regierungschef bekommen.

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