Süddeutsche Zeitung

Kaschmir-Konflikt:Erneut Scharmützel zwischen Indien und Pakistan

  • Die Spannungen im Konflikt um die Grenzregion Kaschmir zwischen Pakistan und Indien haben erneut zugenommen.
  • Am Freitag ließ Pakistan einen indischen Kampfpiloten frei, dessen Maschine am Mittwoch im Luftkampf mit einer pakistanischen Militärmaschine abgeschossen worden war.
  • Pakistan wollte das als Geste guten Willens verstanden wissen - trotzdem gab es am Samstag wieder Scharmützel.

Trotz Schritten zur Deeskalation im Kaschmir-Konflikt haben sich Pakistan und Indien am Samstag erneut Scharmützel in der Himalaja-Region geliefert. Zwei pakistanische Soldaten seien dabei getötet worden, teilte das pakistanische Militär mit. Die Luftwaffe und die Marine blieben in Alarmbereitschaft. Das indische Militär sagte, Pakistan habe Mörsergranaten über die Grenze gefeuert.

Die beiden Atommächte beanspruchen Kaschmir für sich und haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1947 bereits dreimal Krieg gegeneinander geführt.

Pakistan gibt an, Spannungen abbauen zu wollen

Indien hatte am Dienstag erstmals seit dem letzten Krieg 1971 Luftangriffe auf pakistanisches Gebiet geflogen. Die Attacke der indischen Luftwaffe galt nach Darstellung der Regierung in Neu-Delhi einem Ausbildungslager einer Islamisten-Gruppe namens Jaish-e Mohammad. Die Terroristen hatten sich zu einem Anschlag mit 40 Toten Mitte Februar im von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs bekannt. Pakistan zufolge gibt es in dem Gebiet keine solchen Lager .

Am Freitag ließ Pakistan einen indischen Kampfpiloten frei, dessen Maschine am Mittwoch im Luftkampf mit einer pakistanischen Militärmaschine abgeschossen worden war. Die pakistanische Regierung hatte die Übergabe des Piloten als Geste des guten Willens bezeichnet, die dem Abbau der Spannungen mit Indien diene. Nun sei Indien am Zug.

Dort steht Ministerpräsident Narendra Modi vor einer Parlamentswahl, die bis Mai abgehalten werden muss. Durch ein hartes Auftreten gegenüber dem Erzfeind Pakistan verspricht er sich Zulauf der Nationalisten in seinem Land.

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