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Coronavirus:Diese Themen werden beim Impfgipfel wichtig

Coronavirus - Impfung

Auch der digitale Impfpass wird Thema beim Impfgipfel sein. Der neue Impfpass soll bis Ende Juni zur Verfügung stehen.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Kanzlerin Merkel berät mit den Länderchefs über die Corona-Lage, Impfungen für Kinder und eine Reihe anderer Probleme. Ein Überblick.

Von Nico Fried, Berlin

Um die Impfbereitschaft hochzuhalten, bemüht sich das Bundesgesundheitsministerium immer mal wieder, sinistren Falschmeldungen zu widersprechen. So griff das Ressort von Jens Spahn am Mittwoch auf Twitter die Behauptung auf, bei Impfungen würden stark magnetische Mikrochips verabreicht. Dies sei falsch, hieß es. Wenn in Videos zu sehen sei, dass Magneten an der Einstichstelle hafteten, dann liege das an der Anhangskraft, auch Adhäsion genannt, die durch Schweiß oder Fett auf der Haut verstärkt werden könne.

Nicht alle Fragen rund um die Immunisierung sind so leicht zu beantworten. Wenn sich am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel, einige ihrer Minister und die Regierungschefs der Länder austauschen, wird zwar die Impfung von Kindern die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Probleme, denen sich diese Ministerpräsidentenkonferenz widmen muss.

Die zweite MPK nach der legendär gescheiterten Sitzung zur Osterruhe wird trotz der deutlich gesunkenen Inzidenzzahlen erneut per Videoschaltkonferenz stattfinden. Nur Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller als Vorsitzender der MPK sowie sein Stellvertreter, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, werden persönlich im Kanzleramt erwartet.

Biontech-Impfstoff wird bereits für Kinder zurückgehalten

Ein wichtiges Thema dürfte die Aufhebung der Priorisierungen sein. In einigen Ländern, darunter Bayern und Berlin, ist sie schon vollzogen. Bundesweit sollen sich spätestens vom 7. Juni an alle Bürgerinnen und Bürger impfen lassen können - wenn sie das wollen. Sollte es auch Impfungen für Kinder geben, dürfte die Nachfrage nach Impfstoff in den nächsten Wochen deutlich ansteigen. Zu diesem Zweck wird bereits Impfstoff von Biontech zurückgehalten, wie das Gesundheitsministerium der taz bestätigte.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) formulierte diese Woche, was viele ihrer Kolleginnen und Kollegen ähnlich sehen dürften: "Der Bund ist gefordert, dringend für mehr Impfstoff für die Impfzentren und die niedergelassenen Ärzte zu sorgen, insbesondere wenn nun zum 7. Juni auch alle Impfpriorisierungen aufgehoben werden sollen", sagte Dreyer.

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet, zugleich CDU-Vorsitzender und Unions-Kanzlerkandidat, sieht das genauso: Die Impfkampagne laufe nur so lange weiter, wie für Nachschub gesorgt werde, sagte Laschet am Mittwoch nach dem Besuch eines Impfzentrums in Düsseldorf. Der Bund müsse "alles dafür tun, damit es im Sommer keine Dellen oder Ausfälle gibt".

Einstweilen sehen die Zahlen noch gut aus: Im Juni sollen allein die Arztpraxen laut Gesundheitsministerium weitere 18 Millionen Impfdosen von Biontech erhalten. Die Zahlen für Astra Zeneca und Johnson & Johnson hat das Gesundheitsministerium noch nicht veröffentlicht.

Ein weiteres Thema dürfte der digitale Impfpass sein. Der soll bis zum Ende des zweiten Quartals zur Verfügung stehen. Das Problem in Deutschland liegt darin, dass es kein zentrales Impfregister gibt, weshalb schon erfolgte Impfungen nachträglich digital erfasst werden müssen. Die Ärzte aber weigern sich, diese zusätzliche Arbeit zu übernehmen.

© SZ
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