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IAEA-Bericht:Iran hat Probleme mit Atomanlagen

Ein vertraulicher Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde enthüllt: Iran hat die umstrittene Anreicherung von Uran in Natans zeitweise gestoppt. Ist der Computerwurm Stuxnet schuld?

Iran hat nach einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Anreicherung von Uran zur Stromgewinnung in diesem Monat vorübergehend gestoppt. Gründe dafür wurden in dem Bericht nicht genannt. Zugleich zeigte sich die IAEA besorgt über die Möglichkeit, dass die Islamische Republik einen atomaren Sprengsatz für eine Rakete entwickelt.

Teheran baut neue Urananlagen, dpa

Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht die iranische Urananreicherungsanlage in Natans (Foto von 2007). Dort sollen laut der Internationalen Atomenergiebehörde technische Probleme die Produktion zeitweise aufgehalten haben.

(Foto: dpa)

Die Anreicherungsanlage in Natans habe mindestens am 16. November überhaupt kein Uran produziert, heißt es in dem Bericht, der am Dienstag den Mitgliedstaaten vorgelegt wurde. Und auch trotz des Einsatzes von mehr Zentrifugen habe das islamische Land die Produktionsrate seines angereicherten Urans nicht erhöhen können.

Wie lange der Ausfall dauerte, könne die IAEA nicht genau sagen, weil nicht täglich Inspektoren am Ort seien, sagte ein mit IAEA-Belangen vertrauter Diplomat. In dem Bericht heißt es, Iran habe die Behörde am 22. November informiert, dass wieder 28 Kaskaden voller Zentrifugen mit Uran arbeiteten. Selbst konnten sich die Inspektoren aber davon bisher nicht überzeugen.

Bereits vor der Veröffentlichung des Berichts war spekuliert worden, dass der Computerwurm Stuxnet schwere Schäden an den Atomanlagen Irans angerichtet haben könnte. Als Urheber der Sabotageaktion gerieten die USA und Israel ins Gespräch.

Am 5. Dezember will das islamische Land bei einem möglichen Treffen mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland unter anderem über sein Atomprogramm sprechen. Viele Länder verdächtigen Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Nuklearenergie in Wirklichkeit an Atomwaffen zu arbeiten. Auch die Atomwächter in Wien haben wegen zögernder Zusammenarbeit zunehmend Zweifel an den friedlichen Absichten des Landes. Die Regierung in Teheran bestreitet stets alle Vorwürfe.

Trotz der technischen Probleme häuft Iran nach dem jüngsten IAEA-Bericht weiter angereichertes Uran an: Inzwischen besitzt das Land 3183 Kilo niedrig angereichertes Uran und 33 Kilo auf 20 Prozent angereichertes Uran.