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IAA in München:Umzug und Aufbruch

Die Automesse muss die Zukunft der Mobilität widerspiegeln.

Von Peter Fahrenholz

Schon wieder München, werden viele jetzt sagen, als ob diese Stadt nicht schon reich genug wäre an Geld und Ruhm. Aus Sicht der Automanager ist die Entscheidung, die Internationale Automobilausstellung (IAA) künftig in München zu veranstalten, wohl das Votum mit dem geringsten Konfliktpotenzial im Vergleich zu Berlin oder Hamburg. Keine Kreuzberger Nächte mit abgefackelten Autos, keine Krawalle à la G-20-Gipfel, mag sich mancher gedacht haben.

Obwohl auch aus sachlichen Erwägungen vieles für München spricht, war es keineswegs sicher, dass es so kommen würde. Vor allem VW-Chef Diess wollte seine Autos nicht im Schatten der BMW-Zentrale zeigen, ein skurriles Argument. Der Ort ist gar nicht entscheidend. Der Verband der Automobilindustrie verlässt Frankfurt nicht, weil das Messegelände dort seinen Ansprüchen nicht mehr genügt. Sondern weil die gigantische Selbstinszenierung der Branche im Zeichen des Klimawandels wie aus der Zeit gefallen wirkte.

Immer weniger Hersteller mochten sich die teure Show noch antun, immer weniger Besucher kamen. Unerlässlich ist deshalb ein neues Denken, das auch bei der IAA die Diskussion um die Mobilität der Zukunft widerspiegelt. Der hartleibige Kampf gegen ein Tempolimit zeigt, dass die Autolobby davon noch weit entfernt ist.

© SZ vom 04.03.2020
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