Krieg in NahostWaffenstillstand, frei interpretiert

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Mit seiner Darstellung überraschte US-Präsident Trump am Dienstag sogar das von Pete Hegseth (re.) geführte Verteidigungsministerium.
Mit seiner Darstellung überraschte US-Präsident Trump am Dienstag sogar das von Pete Hegseth (re.) geführte Verteidigungsministerium. Carlos Barria/REUTERS

US-Präsident Trump sagt, die Huthi hätten „kapituliert“. Doch die kündigen weitere Angriffe auf Israel an.

Von Bernd Dörries, Kairo

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Geht es nach US-Präsident Donald Trump, so ist der Konflikt mit den Huthi erst einmal beigelegt. „Sie wollen einfach nicht kämpfen, und wir werden das respektieren und die Bombardierungen einstellen, und sie haben kapituliert.“ So stellte Trump am Dienstag im Weißen Haus die Lage dar, was offenbar selbst das Verteidigungsministerium überraschte, dessen Truppen in den vergangenen Tagen noch schwere Angriffe auf den Norden Jemens geflogen hatten. Auch die israelische Regierung soll nicht eingeweiht gewesen sein.

Vertreter der USA und der Huthi haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt, der offenbar sofort in Kraft treten soll. Vermittelt wurde er durch das Sultanat Oman, dessen Außenminister Badr al-Busaidi sagte: „In Zukunft wird keine der beiden Seiten die andere Seite, einschließlich amerikanischer Schiffe, im Roten Meer und in der Straße von Bab al-Mandab angreifen, um die Freiheit der Schifffahrt und den reibungslosen Ablauf der internationalen Handelsschifffahrt zu gewährleisten.“ Die Meerenge Bab al-Mandab ist Teil der wichtigen Suezkanal-Strecke.

Die Huthi interpretieren den Waffenstillstand mit den USA anders als Trump

Der Waffenstillstand könnte für Trump zu einem großen Erfolg werden und dazu beitragen, dass ein größerer Teil des Welthandels wieder den Suezkanal passieren könnte. Die Huthi hatten nach dem Terror der Hamas am 7. Oktober damit begonnen, Schiffe in der Enge am Eingang zum Roten Meer unter Beschuss zu nehmen. Die Fahrten durch den Suezkanal sanken seitdem um 60 Prozent, die Containerpreise stiegen. Trump machte daraufhin die freie Schifffahrt zu einer seiner Prioritäten und verstärkte die unter seinem Vorgänger Joe Biden begonnenen Angriffe auf die Huthi deutlich. Das kostete die USA mehrere Milliarden US-Dollar für Bomben, Raketen und den Ersatz von einem Dutzend MQ-9-Reaper-Drohnen, die von den Huthi abgeschossen wurden.

Die Huthi hatten trotz der massiven Bombardements weiter auf Schiffe im Roten Meer geschossen, am Sonntag feuerten sie sogar eine Rakete auf den internationalen Flughafen von Tel Aviv ab. In den USA war deshalb die Kritik am Einsatz gewachsen, auch Republikaner äußerten sich angesichts der hohen Kosten skeptisch.

Der jetzige Waffenstillstand kam auch auf Druck Irans zustande. Das Regime in Teheran will die Atomverhandlungen mit den USA nicht durch das Störfeuer der Huthi belasten, die es mit Waffen und Geld unterstützt. Die Huthi sind für Teheran aber offenbar nicht vollständig zu steuern. Sie interpretieren den Waffenstillstand mit den USA anders als Trump. Einige Huthi-Führer deuten ihn so, dass nur keine US-Schiffe mehr angegriffen werden, die anderer Nationen aber schon. Sie wollen die Angriffe erst dann beenden, wenn es in Gaza einen Waffenstillstand gibt.

„Es gibt keinen Weg zurück von der Unterstützung des Gazastreifens, egal, was es kostet. Was passiert ist, beweist, dass unsere Angriffe schmerzhaft sind und weitergehen werden“, sagte Mahdi al-Maschat, Vorsitzender des Obersten Politischen Rates der Huthi. Was davon nur Rhetorik ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Auch Israel hat sich bisher nicht dazu geäußert, ob es sich am Waffenstillstand beteiligt. Am Dienstag hatten israelische Streitkräfte noch den internationalen Flughafen von Sanaa angegriffen. Am Mittwoch teilte die israelische Armee mit, dass sie eine Drohne abgefangen habe, die aus dem Jemen gekommen sei. Übereinstimmenden Berichten israelischer Medien zufolge stammte die Drohne von den Huthi.

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