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Hungerkatastrophe am Horn von Afrika:"Viele sind schon zu schwach, um sich zu retten"

Die schwerste Dürre seit Jahren bedroht zwölf Millionen Menschen, eine halbe Million Kinder sind in akuter Todesgefahr. Und auch wer die Flüchtlingslager erreicht, ist noch nicht in Sicherheit.

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Quelle: AFP

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Schwere Regenfälle haben in Somalias Hauptstadt Mogadischu die provisorischen Unterkünfte der Hungerflüchtlinge zerstört. "Mehr als zwölf Millionen Menschen in Somalia, Kenia, Äthiopien und Dschibuti brauchen dringend Hilfe", erklärte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos. "Und die Zahl wächst täglich."

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Quelle: AP

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Der Regen wird nach der Dürre dringend benötigt. Doch jetzt hat er das Leben vieler Flüchtlinge zusätzlich belastet. Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerk UNICEF sind allein in Somalia 1,25 Millionen Kinder auf Hilfe angewiesen.

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Der vierjährige Abdirisak Mohamed ist aus Südsomalia nach Mogadischu geflohen und wird im Banadir Hospital versorgt. Tausende sind in den vergangenen zwei Wochen in die Hauptstadt gekommen, um Hilfe zu suchen.

An internally displaced malnourished child receives food supplements at a mobile medical facility at the Hiran IDP settlement in Galkayo

Quelle: REUTERS

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Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt, dass am Horn von Afrika etwa 500.000 Kinder akut vom Tode bedroht sind. Viele Hungernde sind bereits zu schwach, um sich in andere Gebiete zu retten. Das hat diese Mutter mit ihrem unterernährten Kind immerhin geschafft.  Sie wird in der mobilen Ambulanz in der Stadt Galkayo im Nordwesten von Somalias Hauptstadt Mogadischu versorgt.

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Diese zwei unterernährten Kinder haben es in ein Flüchtlingslager in der Nähe der somalischen Hauptstadt Mogadischu geschafft. Allerdings fehlt es auch dort an sauberem Wasser, ausreichend Nahrung, Medizin und Zelten.

Internally displaced women carry their malnourished children as they queue at a mobile medical facility at the Hiran IDP settlement in Galkayo

Quelle: REUTERS

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Mit ihren hungrigen Kindern warten diese Flüchtlinge vor der mobilen Ambulanz in Gaklayp. In der Stadt leben bereits 60.000 Flüchtlinge. Die Zahl der Einwohner liegt kaum darüber.

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Ein ähnliches Bild bietet sich in Badbado im Süden Mogadischus: Flüchtlinge warten auf ihre Nahrungsmittelration. Zum ersten Mal seit zwei Jahren konnten die Vereinten Nationen Nahrungsmittel in die Region bringen. Seit zwei Jahren waren Hilfslieferungen durch islamistische Milizen unterbunden worden. Nun haben die Islamisten selbst um Hilfe gebeten.

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Quelle: AP

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Nach Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) erreichen täglich etwa 1300 Flüchtlinge aus Somalia die Dadaab-Region im Norden Kenias. Die Flüchtlingslager dort waren ursprünglich für 90.000 Menschen errichtet worden. Inzwischen suchen fast 400.000 Menschen in den Camps Zuflucht.

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Viele Flüchtlinge sind wochenlang unterwegs, bevor sie eines der Camps bei Dadaab erreichen. Die Menschen müssen selbst nach der Grenzüberschreitung in Kenia noch 80 Kilometer Wüste durchqueren. Am Horn von Afrika ist die Lage inzwischen "deutlich schlechter" als noch im März, klagt der UN-Experte für Menschenrechtsfragen in Somalia, Shamsul Bari. Schon vor vier Monaten habe er die Weltgemeinschaft darauf hingewiesen, dass täglich Tausende Somalier nach Äthiopien, Kenia und Dschibuti flüchteten. Sollte die Welt nicht sofort reagieren, würden Millionen Menschen in Somalia und am Horn von Afrika verhungern, warnt er.

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Im Krankenhaus der Ärzte ohne Grenzen im Camp Dagahaley, Dadaab, wird ein unterernährtes Kind versorgt. Das UN-Welternährungsprogramm hofft auf Spenden, um auf etwa 330 Millionen Euro zu kommen, die zur Versorgung der Menschen am Horn von Afrika benötigt werden.

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Unter der schweren Dürre leiden die Menschen in Teilen Somalias, in Äthiopien, Dschibuti, Uganda  und Kenia. Im Krankenhaus von Wajir, Kenia, hält eine Frau ihren unterernährten Enkel in den Armen. Die Vereinten Nationen sind eigenen Angaben zufolge mit der Bewältigung der Flüchtlingsströme überfordert. Laut UN-Kinderhilfswerk (Unicef) besteht allein in Kenia für 65.000 Kinder akute Lebensgefahr.

U.N. High Commissioner for Refugees Antonio Guterres walks at the Dagahaley camp, near the Kenya-Somalia border

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UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres im Lager Dagahaley bei Dadaab. Guterres bezeichnete die Situation in Somalia bereits vor einer Woche als die "schlimmste humanitäre Katastrophe" der Welt. "Ich habe viele Flüchtlingslager in der ganzen Welt gesehen", sagte er, "aber noch niemals Neuankömmlinge in einer derart verzweifelten Lage".

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Dieser somalische Junge wird im Flüchtlingslager Dagahaley bei Dadaab von den Ärzten ohne Grenzen versorgt. Für viele Kinder ist auch die Ankunft im Lager nicht die Rettung. Viele sterben trotz Behandlung innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Ankunft, weil sie sich in einem so schlechten Zustand befänden, erklärte Guterres.

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Bei der Ankunft in Dadaab erwartet die Flüchtlinge ein Chaos. Es kann Tage dauern, bis sie endlich Hilfe finden. Hier steigen Somalis in einen Bus, der sie zu dem Büro bringen wird, in dem ihnen ein Flüchtlingsausweis ausgestellt wird. Erst mit diesem können sie Nahrungsmittelrationen erhalten.

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Eine neu angekommene somalische Familie baut mit Hilfe von Baumstämmen ein Zelt auf. Bis sie eine Plane erhalten hatten, mussten die 15 Somalis zwei Nächte unter freiem Himmel schlafen.

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Als Erweiterung der Flüchtlingslager bei Dadaab wird dieser Oft namens Iffou 2 in Erwägung gezogen. Erste somalische Flüchtlinge schlagen hier ihre Zelte auf.

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Viele Menschen flüchten auch in die Hauptstadt Mogadischu. Tausende haben dort in den vergangenen Wochen Hilfe gesucht. 

A woman holds her malnourished child on arrival at Banadir hospital in Mogadishu

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Unterernährte Kinder werden in Mogadischus Banadir-Hospital versorgt. Nach Einschätzung der UN ist jedes dritte Kind in den Regionen, die von der Trockenheit am stärksten betroffen sind, unterernährt.

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Vom Hunger schwer gezeichnet: Ein Kind im Banadir-Hospital in Mogadischu. Anton Markmiller von Care Deutschland-Luxemburg betont, wie wichtig es sei, auch die Ursachen der Dürre nicht aus dem Auge zu verlieren. "Das Horn von Afrika ist chronisch von Nahrungsmittelknappheit bedroht, und die Gründe sind vielfältig: Tief verwurzelte Armut, Klimawandel, Konflikt und soziale Ungerechtigkeit."

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In Mogadischu kommen die Flüchtlinge in zerstörten Gebäuden unter.

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Flüchtlinge aus dem Süden werden in Mogadischu von Mitarbeitern der örtlichen Hilfsorganisation Jumbo versorgt. Der Sprecher des UN-Welternährungs in Deutschland, Ralf Südhoff, beklagte im Deutschlandradio, öffentliche Geldgeber wie auch private Spender würden nur ungern auf eine Warnung vor einer Katastophe hin aktiv. Auch sei eine schleichende Katastrophe wie jetzt am ganzen Horn von Afrika nicht so spektakulär wie ein Erdbeben in Haiti oder eine Flut in Pakistan.

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Eine Mutter sucht im Gesundheitszentrum von Ogaden, einer zwischen Somalia und Äthiopien seit Jahrzehnten umkämpften Region, nach Hilfe. Gerade hier, wo die Menschen schon seit Jahrzehnten unter der Gewalt leiden, ist die Dürre besonders schlimm.

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UNHCR und die äthiopische Regierung haben um die Stadt Dollo Ado in Äthiopien eine Reihe von Flüchtlings-Camps eingerichtet. Täglich erreichen jetzt etwa 1600 Menschen die Lager. "Die Todesrate in den Camps hier ist schockierend", erklärte ein Mitarbeiter der amerikanischen Agentur für Internationale Entwicklung (USAID).

To match Feature ETHIOPIA-DROUGHT/

Quelle: REUTERS

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Ein somalischer Flüchtling im Lager bei Dollo Ado in Äthiopien. 

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Quelle: AFP

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Im Namen der Hilfsorganisation Oxfam besucht die Schauspielerin Kristin Davis (zweite von links) Flüchtlinge in den Lagern um Dadaab, Kenia. Hier spricht sie mit Faduma Hussein Yagoub aus Somalia. Deren Mann und zwei ihrer fünf Kinder sind laut Oxfam auf der Flucht verhungert. In der Nähe der Grenze zu Kenia waren sie auch noch überfallen und beraubt worden.

© sueddeutsche.de/dpa/dapd/Reuters/mcs/hai

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