Krisenstimmung:Es glänzt nicht mehr

Krisenstimmung: Hongkong lebt vom Image eines weltoffenes Kapitalisten-Paradieses. Was ist davon noch übrig? Blick auf den Central Pier im Hafen der Stadt.

Hongkong lebt vom Image eines weltoffenes Kapitalisten-Paradieses. Was ist davon noch übrig? Blick auf den Central Pier im Hafen der Stadt.

(Foto: Peter Parks/AFP)

Einst galt Hongkong als "Perle des Orients", was viel mit dem freien Lebensgefühl in der Metropole zu tun hatte. Genau das aber wird der Stadt gerade ausgetrieben.

Von Florian Müller, Peking

In der Wirtschaftsmetropole Hongkong läuft's gerade nicht. Im Januar war der Börsen-Leitindex, der Hang Seng Index, zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 15 000 Punkten gefallen. So niedrig war er immer nur während heftiger Krisen, 2003 etwa während der Sars-Epidemie, 2008, als die globale Finanzkrise die Kurze abstürzen ließ, oder 2022 auf dem Höhepunkt der Covid-Pandemie. Doch nicht nur die Börse ist in Krisenstimmung. Auch die Hongkonger Gastronomen hatten gehofft, dass sie während des Frühlingsfests endlich wieder Kasse machen könnten. Es kam anders: Die Zahl der Touristen vom chinesischen Festland lag zwar wieder auf dem Niveau, das vor der Pandemie erreicht worden war. Doch blieben viele nicht über Nacht und gaben insgesamt weniger Geld aus als früher. Nicht nur die Festlandchinesen, auch die Hongkonger selbst verbringen ihre Freizeit aktuell lieber im benachbarten Shenzhen, wo Restaurants und Cafés deutlich billiger sind.

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