Hintergrund Die Klimakonferenzen im Überblick

Mit dem Kompromiss von Bonn ist die sechste Runde der UN-Klimaverhandlungen zu Ende gegangen.

Um überhaupt ein Ergebnis zu erreichen, wurden die Vorgaben des 1997 vereinbarten Kyoto-Protokolls deutlich abgeschwächt. Damit gelang es, Japan und andere Wackelkandidaten einzubinden.

Das Kyoto-Protokoll muss von 55 Staaten ratifiziert werden, auf die mindestens 55 Prozent des CO2-Ausstoßes nach dem Stand von 1990 entfallen. Ein wichtiger Punkt - die Kontrollmechanismen für die Überwachung der Kyoto-Ziele - wurde in Bonn nicht berücksichtigt. Die nächste Konferenz soll im Oktober im marokkanischen Marrakesch stattfinden. Die bisherigen Klimaverhandlungen in Kürze:

Rio de Janeiro 1992: Hier wird der Grundstein für die UN- Klimaverhandlungen gelegt. Die Staatengemeinschaft verabschiedet eine Klima- Rahmenkonvention, welche die völkerrechtliche Grundlage für den internationalen Klimaschutz bildet. Die Staaten begnügen sich in Brasilien noch mit Absichtserklärungen zum Abbau von Treibhausgasen.

Berlin und Genf 1995/1996: Nach Rio finden in Berlin und Genf die beiden ersten Konferenzen der Vertragsstaaten der Klima- Rahmenkonvention statt. In Deutschland beschließen die Staaten 1995, genaue Abbauziele und Zeitvorgaben zu erarbeiten. Die Konferenz in Genf bringt dabei 1996 noch keine nennenswerten Fortschritte.

Kyoto 1997: Zu konkreten Emissionsreduzierungen verpflichten sich die Industriestaaten erst bei der dritten UN-Klimakonferenz im japanischen Kyoto. Sie einigen sich darauf, zwischen 2008 und 2012 ihre Emissionen an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen um etwa fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Die einzelnen Staaten verpflichten sich zu konkreten Abbauzielen. Die USA müssen demnach den Ausstoß an Treibhausgasen um sieben Prozent senken, die EU um acht Prozent. In der EU will Deutschland einen Emissionsrückgang von 21 Prozent erreichen.

Buenos Aires 1998: Bei der vierten Konferenz wird lediglich ein Arbeitsplan für die folgenden Treffen festgelegt.

Bonn 1999: Das Regelwerk für die Umsetzung des Kyoto- Protokolls wird weiter ausgearbeitet.

Den Haag 2000: Nach dem Nein der USA zum Kyoto-Protokoll wird bei den sechsten Klimagesprächen in den Niederlanden über einen Rettungsplan verhandelt. Neben den USA signalisiert vor allem Japan Widerstand gegen die Vereinbarungen von Kyoto.

Der Rettungsplan des niederländischen Umweltministers Jan Pronk sieht vor, dass die Industriestaaten im Jahr eine Milliarde Dollar (2,3 Milliarden Mark) in einen geplanten Fonds einzahlen, mit dem Entwicklungsländer Maßnahmen zum Klimaschutz finanzieren sollen. Auch diese Konferenz bringt keine konkreten Beschlüsse.

Bonn 2001: Bei der Fortsetzung der Den Haager Konferenz geht es darum, auch ohne die USA die Mehrheit für das Inkrafttreten des Protokolls zu erreichen. Nach zähen Verhandlungen einigen sich die 180 Staaten auf einen Kompromiss. Zugeständnisse an die Wackelkandidaten werden bei der Anrechnung von Wäldern gemacht. Die Frage nach den Kontrollmechanismen für die Überwachung der Kyoto-Ziele bleibt offen.

Quelle: AFP