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Völkermord:Der schwierige Umgang der Deutschen mit ihrer kolonialen Vergangenheit

Ein Soldat bewacht Gefangene während des deutschen Kolonialkrieges gegen Herero und Nama (1904-1908) in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia.

(Foto: National Archives of Namibia / Handout/AFP)

Die Einstellung zur deutschen Kolonialgeschichte hat sich offenbar grundsätzlich geändert - gerade in jüngster Zeit. Das sieht man auch daran, dass die Bundesregierung weitgehend den Forderungen der Vertreter von Herero und Nama aus Namibia nachkommt.

Von Kurt Kister

Die relativ kurze, blutige Geschichte des deutschen Kolonialismus ist in der Bundesrepublik nicht unbedingt "verdrängt" worden, wie das manchmal zu hören ist. Aber sie ist angesichts der deutschen Epochenverbrechen während der Nazi-Zeit in den Hintergrund geraten, ohne dass die Debatte selbst verstummt wäre. Allerdings wurde sie einerseits lange im Zusammenhang mit der deutschen Ausrottungspolitik während der Jahre des Zweiten Weltkriegs geführt, sodass der Streit in Geschichtswissenschaft und Publizistik sich darum drehte, ob der Völkermord an den Herero und Nama oder die grausame Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstands in gewisser Weise der Auftakt zum Genozid an den Juden oder zur massenhaften Tötung von Polen und Russen war. Andererseits aber hallte auch in Westdeutschland in manchen Kreisen noch lange der Mythos vom harten, aber gerechten Siedlertum in "Deutsch-Südwest" oder der bis 1918 angeblich unbesiegten Truppe des Generals Lettow-Vorbeck in "Deutsch-Ost" nach.

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