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Deutsche Kuratorin:Entführte Hella Mewis von irakischen Sicherheitskräften befreit

Deutsche Kulturvermittlerin Mewis in Bagdad entführt

Hella Mewis.

(Foto: dpa)

Die deutsche Kulturförderin war in Bagdad verschleppt worden. Nach Angaben von Außenminister Heiko Maas wurde Mewis in die deutsche Botschaft in der irakischen Hauptstadt gebracht.

Die in der irakischen Hauptstadt Bagdad verschleppte deutsche Kuratorin Hella Mewis ist wenige Tage nach ihrer Entführung wieder frei. Sicherheitskräfte hätten Mewis befreit, twitterte der irakiche Militärsprecher Jahia Rasul. Offenbar wurden sie auf einen Ort außerhalb Bagdads hingewiesen, an dem Mewis festgehalten wurde. Das Militär will im Lauf des Tages weitere Details bekanntgeben. Unklar ist noch, ob es in vergangenen Tagen Verhandlungen mit den Entführern gegeben hatte. Am späten Vormittag deutscher Zeit wurde Mewis sicher an die deutschen Behörden übergeben.

"Ich bin sehr erleichtert, dass die am Montag in Bagdad entführte deutsche Staatsangehörige seit heute Morgen wieder in Freiheit ist", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Freitag. "Sie wurde vor wenigen Minuten von den irakischen Behörden in die Obhut unserer Botschaft in Bagdad übergeben". Die irakischen Sicherheitsbehörden hätten entscheidend dazu beigetragen, dass der Fall ein gutes Ende genommen habe. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass die Betroffene den Umständen entsprechend wohlauf sei.

Die Aktivistin Sirka Sarsam, die mit Mewis befreundet ist, bestätigte die Freilassung. "Wir haben vorläufige Informationen von der Einsatzführung erhalten, dass Sicherheitskräfte Hella befreit haben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Das Militär werde im Lauf des Tages weitere Details bekanntgeben. "Wir hoffen, dass die Entführung nicht ihre Zukunftspläne im Irak ändert", sagte Sarsam, die für die irakische Nichtregierungsorganisation Burj Babel tätig ist. "Wir sind froh, den Tag mit so einer Freude über die Befreiung eines Menschen beginnen zu können, der den Irak so sehr liebt."

Mewis wurde in Berlin geboren, lebt seit mehreren Jahren in Bagdad und hat dort an vielen Kunst- und Kulturprojekten mitgewirkt. Sie arbeitet auch als freie Mitarbeiterin und Beraterin für das Goethe-Institut und hat sich einen Namen in der irakischen Kunstszene gemacht. Sie gilt als gut vernetzt in Bagdad und hat Kontakte zu Künstlern und Intellektuellen sowie in die Politik. Freunde von ihr hatten in vergangenen Tagen versucht, in dem Fall den Druck auf die irakische Regierung und Sicherheitsbehörden zu erhöhen.

Sirka Sarsam von der Nichtregierungsorganisation Burj Babel, die mit Mewis befreundet ist, bestätigte der dpa die Freilassung . "Wir haben vorläufige Informationen von der Einsatzführung erhalten, dass Sicherheitskräfte Hella befreit haben." Irak-Experte Abbas Kadhim schrieb bei Twitter "Gute Nachrichten!"

Keine Informationen über die Täter

Bisher bekannte sich niemand zu der Entführung. Der Verdacht richtete sich bisher vor allem gegen die irantreue Schiitenmiliz Kataib Hisbollah und die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Ein Sprecher von Kataib Hisbollah hatte eine Beteiligung der Miliz aber indirekt abgestritten. Zellen des IS sind im Irak weiter aktiv. Die Gruppe hat dort in vergangenen Jahren aber an Einfluss verloren.

Im Irak wurden nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003 mehrfach deutsche Staatsbürger entführt. 2005 wurde die Archäologin Susanne Osthoff verschleppt und nach 23 Tagen Geiselhaft wieder freigelassen. 2006 wurden Thomas Nitzschke und René Bräunlich entführt, Techniker eines Leipziger Anlagenbauers. Sie kamen mehrere Monate später frei. 2007 wurden die Deutsche Hannelore Krause und ihr damals 20 Jahre alter Sohn Sinan in Bagdad entführt. Die Mutter wurde freigelassen. Ob Sinan noch lebt, ist bis heute unklar.

© dpa/AP/hum/mcs
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