Serie „Original aus Wien“, Folge 1Liebesszene mit Stecknadel

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Die Schauspielerin Hedy Lamarr lebte von 1913 , 1914 oder 1915 (das Geburtsdatum ist ungewiss) bis 2000.  Es war ein aufregendes Leben zwischen Wien und Hollywood.
Die Schauspielerin Hedy Lamarr lebte von 1913 , 1914 oder 1915 (das Geburtsdatum ist ungewiss) bis 2000.  Es war ein aufregendes Leben zwischen Wien und Hollywood.
Collage: Alexander Bauer, Fotos: Imago

Hedy Lamarr war Schauspielerin und galt als schönste Frau der Welt. Und sie hat etwas erfunden, was in Kriegen eingesetzt werden konnte.

Von Gerhard Fischer

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Brian May ist Gitarrist der Band Queen und Doktor der Astrophysik, Johnny Weissmuller war Tarzan-Darsteller und Olympiasieger im Freistilschwimmen. Es gibt berühmte Menschen, die mehrere herausragende Talente haben. Und ein Fachgebiet hat mit dem anderen nichts zu tun.

Hedy Lamarr war Schauspielerin und wurde durch die erste Nacktszene der Filmgeschichte berühmt. Zudem erfand sie das sogenannte Frequenzsprungverfahren, das heute noch „die Basis für das Funktionieren von Wlan, Smartphones und Navigationssystemen ist“, wie Michael Horowitz in seinem Buch „Wiener Originale“ schrieb.

Diese bemerkenswerte Frau kam zwischen 1913 und 1915 in Wien zur Welt, das Geburtsdatum ist ungewiss. Das wohlbehütete Mädchen, Tochter einer Konzertpianistin und eines jüdischen Bankiers, erhielt Ballett-, Klavier sowie Sprachunterricht und interessierte sich früh für Technik. Als sie vermutlich 18 war, spielte sie in einer Komödie neben Hans Moser – und wurde in einer Rezension als „vorläufig hübsch und wahrscheinlich auch begabt“ beschrieben. Als sie wohl 19 war, sah man sie in dem Film „Ekstase“ zehn Minuten lang nackt – es war die erste Nacktszene in der Filmgeschichte. Und in einer Liebesszene spielte sie einen Orgasmus vor. Hedy Lamarr erzählte später, der Regisseur habe ihr mit einer Stecknadel in den Hintern gestochen, damit der Orgasmus echt wirke. Die dunkelhaarige junge Frau war über Nacht berühmt. Lamarr ging nach Hollywood, spielte unter anderem in „Samson und Deliah“ mit und galt als schönste Frau der Welt.

Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sie – zusammen mit dem Filmkomponisten George Antheil – das sogenannte Frequenzsprungverfahren für die Nachrichtenübermittlung. Dieses sollte durch wechselnde Frequenzen schwer anzupeilen und fast störungssicher sein. Die Funktechnologie kam zwar im Zweiten Weltkrieg nicht mehr zum Einsatz, aber 1962 während der Kubakrise, dann freilich in einer weiterentwickelten Version.

Die sechsmal verheiratete Frau, die bei der ersten Nackszene der Filmgeschichte mitwirkte und dieses Frequenzsprungverfahren entwickelte, starb am 19. Jänner 2000 in Altamonte Springs in Florida. In der Wiener Mariahilfer-Straße ist ein Neubau nach Hedy Lamarr benannt, der Schlagzeilen machte: Es sollte zunächst ein Luxus-Kaufhaus werden, doch nach der Signa-Pleite diskutiert man jetzt, ein Wohnhaus daraus zu machen.

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