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Heckler & Koch:Verteidigungsministerium prüft Vetternwirtschaft bei G36-Gewehr

Heckler & Koch

Der Skandal um das G36 von Heckler & Koch bringt das Verteidigungsministerium immer weiter in Bedrängnis.

(Foto: Bernd Weissbrod/dpa)
  • Einem Spiegel-Bericht zufolge lässt das Verteidigungsministerium prüfen, ob es unzulässige Verbindungen zwischen Beamten des Ministeriums und der Waffenfirma Heckler & Koch gab.
  • Zuvor war bereits bekannt geworden, dass die Firma und Beamte des Verteidigungsministeriums Ende 2013 wegen negativer Medienberichte versucht hatten, den Militärischen Abschirmdienst (MAD) einzuschalten.
  • Experten hatten beim G36 Präzisionsprobleme festgestellt. Ministerin von der Leyen erklärte daraufhin, das Standardgewehr habe in der Bundeswehr keine Zukunft.

Verbindungen zwischen Beamten und Heckler & Koch

In der Affäre um das mangelhafte Bundeswehr-Sturmgewehr G36 prüft das Verteidigungsministerium die Möglichkeit weiterer unzulässiger Verquickungen eigener Mitarbeiter mit dem Hersteller Heckler & Koch. Kürzlich war bekanntgeworden, dass die Firma und Beamte des Verteidigungsministeriums Ende 2013 versucht hatten, wegen negativer Medienberichte über die Treffsicherheit des Gewehrs, den Militärischen Abschirmdienst (MAD) einzuschalten.

Es sei nicht auszuschließen, "dass es auch noch andere Verstrickungen gegeben hat hier zwischen Mitarbeitern und der Firma", sagte ein Ministeriumssprecher. Deswegen habe man sich darauf verständigt, "dass wir das natürlich in unserem Binnenbetrieb noch einmal betrachten". Damit bestätigte er im Kern einen Spiegel-Bericht. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins wird die "interne Task Force" von Staatssekretär Gerd Hoofe geleitet.

Präzisionsprobleme bei Standardgewehr G36

Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im April erklärt, dass das Standardgewehr G36 wegen der von Experten festgestellten Präzisionsprobleme keine Zukunft in der Bundeswehr habe. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung exklusiv über die Mängel des Gewehrs berichtet. Erste Hinweise auf die Probleme gab es schon 2010. Bereits im März 2012 wurden sie von der Rüstungsabteilung des Ministeriums als "erheblicher Mangel" von "erheblicher Einsatzrelevanz" eingestuft.

© Süddeutsche.de/dpa/Reuters/dayk

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