bedeckt München 17°

Sprüche zu Hartz IV:Einladung zu spätrömischer Dekadenz

Zu Hartz IV äußern sich Politiker leidenschaftlich gerne und waghalsig. Auch schon vor Westerwelles Dekadenz-Statement.

15 Bilder

Westerwelle; ddp

Quelle: SZ

1 / 15

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur "realitätsgerechten" Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze mit einem Zeitungsbeitrag eine bundesweite Debatte ausgelöst. Für Empörung sorgte vor allem der Satz:

"Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein."

Die Diskussion ist so alt, wie die Gesetze selber. Hier ein Überblick.

Foto: ddp

Sarrazin, dpa

Quelle: SZ

2 / 15

"Kalt duschen ist viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit genommen im Leben."

Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gibt Bundesbanker Thilo Sarrazin Hartz-IV-Empfängern Tipps zum Sparen - nicht zum ersten Mal.

Foto: dpa

Buschkowsky; dpa

Quelle: SZ

3 / 15

Heinz Buschkowsky (SPD), Bürgermeister von Berlin-Neukölln im Oktober 2008:

"Die deutsche Unterschicht versäuft die Kohle ihrer Kinder."

Foto: dpa

Sarrazin; ddp

Quelle: SZ

4 / 15

Thilo Sarrazin (SPD), im Februar 2008 als Berliner Finanzsenator:

"Man kann sich vom Transfereinkommen vollständig, gesund und wertstoffreich ernähren."

Foto: ddp

Mißfelder; dpa

Quelle: SZ

5 / 15

Philipp Mißfelder (CDU), Vorsitzender der Jungen Union, im Februar 2008:

"Die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze ist ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie."

Foto: dpa

Sarrazin; ddp

Quelle: SZ

6 / 15

Thilo Sarrazin, Juli 2008:

"Die Menschen werden sich überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können."

Foto: ddp

Maurer; dpa

Quelle: SZ

7 / 15

Ulrich Maurer, im Juli 2008 Parlamentarischer Geschäftsführer der Linkspartei:

"Gegen Sarrazins soziale Kälte helfen auch Pullover nicht."

Foto: dpa

-

Quelle: SZ

8 / 15

Volker Kauder, im Mai 2006 als CDU/CSU-Fraktionschef:

"Wer Hartz IV erhält, darf nicht nur herumgammeln, sondern muss dafür etwas als Gegenleistung erbringen. Und wenn er nur drei, vier Stunden etwas tut."

Foto: afp

Beck; dpa

Quelle: SZ

9 / 15

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) im Dezember 2006, nachdem ihn ein Arbeitsloser wegen der Hartz-Gesetze beschimpft hatte:

"Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job."

Foto: dpa

Bütikofer; dpa

Quelle: SZ

10 / 15

Reinhard Bütikofer, im Februar 2007 als Bundesvorsitzender der Grünen:

"Die neue Parole heißt anscheinend: schikanieren und ausbeuten lassen."

Foto: dpa

Pothmer; dpa

Quelle: SZ

11 / 15

Brigitte Pothmer, damals arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, im Dezember 2005 zum Vorschlag der SPD, 65.000 Hartz IV-Empfänger zum Spargelstechen einzusetzen:

"Erntehelfer können nicht einfach durch Langzeitarbeitslose ersetzt werden."

Foto: dpa

Müller; seyboldtpress

Quelle: SZ

12 / 15

Stefan Müller (CSU), im Juni 2006 als arbeitsmarktpolitischer Obmann der Unionsfraktion im Bundestag:

"Alle arbeitsfähigen Langzeitarbeitslosen müssen sich jeden Morgen bei einer Behörde zum Gemeinschaftsdienst melden."

Foto: seyboldtpress

Tiefensee; AP

Quelle: SZ

13 / 15

Wolfgang Tiefensee (SPD), im August 2006 als Bundesverkehrsminister:

"Diese Menschen schreien nach würdevoller Arbeit und wollen nicht einfach das Geld in die Tasche stecken."

Foto: AP

Glos; AP

Quelle: SZ

14 / 15

Michael Glos (CSU), im Februar 2007 als Bundeswirtschaftsminister:

"Es geht darum, die Leute zu aktivieren."

Foto: AP

Koch; dpa

Quelle: SZ

15 / 15

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) im Januar 2010:

"Eine vierköpfige Familie mit 3000 Euro brutto hat netto nicht mehr als eine vierköpfige Hartz-IV-Familie. Wieso redet niemand über das Lohnabstandsgebot?"

Foto: dpa

© sueddeutsche.de

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite