Präsidentschaftswahl 2020 Diese Frau will Trump herausfordern

Kamala Harris will die erste US-Präsidentin der Geschichte werden.

(Foto: Sait Serkan Gurbuz/AP/dpa)
  • Als vierte Frau erklärt Kamala Harris, sich um die Präsidentschaftskandidatur für die US-Demokraten bewerben zu wollen.
  • Die Senatorin wählt dafür ein geschichtsträchtiges Datum.
  • Manche vergleichen die Tochter eines Jamaikaners und einer Inderin schon mit Barack Obama.

US-Senatorin Kamala Harris hat als vierte Frau aus den Reihen der oppositionellen Demokraten ihre Bewerbung um die Kandidatur ihrer Partei für die Präsidentschaftswahl 2020 erklärt. Die 54-Jährige gehört damit zum wachsenden Feld der Demokraten, die im kommenden Jahr den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern wollen.

In einem Video begründete Harris ihre Bewerbung damit, die amerikanischen Werte Wahrheit, Gerechtigkeit, Anstand, Gleichheit, Freiheit und Demokratie stünden auf dem Spiel. Harris ist die zweite schwarze Amerikanerin in der Geschichte, die in den US-Senat gewählt wurde. Dort vertritt die frühere Staatsanwältin seit 2017 den Bundesstaat Kalifornien.

Für die Bekanntgabe ihrer Bewerbung wählte Harris den Martin-Luther-King-Day, ein geschichtsträchtiges Datum. An dem nationalen Feiertag wird in den USA des schwarzen Bürgerrechtlers gedacht, der 1968 ermordet wurde. Zudem wies Harris darauf hin, dass vor 47 Jahren mit Shirley Chisholm die erste schwarze Frau in der Geschichte der USA sich um das Präsidentenamt beworben habe.

Nach zwei Jahren im Senat bewirbt sie sich um das höchste Staatsamt

In ihrer Karriere hat die Tochter eines Jamaikaners und einer Inderin bereits selbst für einige Premieren gesorgt. 2003 wurde sie in San Francisco Bezirksstaatsanwältin - und damit die erste schwarze Frau auf einem solchen Posten in Kalifornien. 2010 wurde sie zur Generalstaatsanwältin Kaliforniens befördert - als erste Frau überhaupt.

Der Washington Post zufolge bezeichnen einige sie bereits als weibliche Version von Barack Obama - wegen ihres Migrationshintergrunds, aber auch, weil dieser sich ebenfalls nach zwei Jahren im US-Senat um die Präsidentschaft bewarb. In der Kammer hat Harris auch schon auf sich aufmerksam gemacht - etwa mit spitzen Nachfragen in der Affäre um den Verfassungsrichter Brett Kavanaugh.

Eine CNN-Umfrage kommt zu dem Schluss, dass es Harris noch an Bekanntheit fehlt. Demnach kannten sie im September etwa die Hälfte der US-Amerikaner noch nicht. Während des bald beginnenden Wahlkampfes dürfte sich das aber ändern. Harris hat angekündigt, sie werde ihre erste Rally in ihrer Heimatstadt Oakland in Kalifornien halten.

Die New York Times schreibt, Harris könne eine Art "Brücke" für die demokratischen Wähler sein. Sie verfüge über gute Verbindungen sowohl zu den pragmatischen als auch zu den linken Gruppierungen der Partei. Zudem setze sie sich mit ihren 54 Jahren von einigen deutlich älteren möglichen Bewerbern - wie den Über-70-Jährigen Joe Biden und Bernie Sanders - deutlich ab.

Vor Harris haben bereits mehrere Demokraten ihre Bewerbung um die Kandidatur erklärt, darunter drei Frauen: Die Senatorinnen Kirsten Gillibrand und Elizabeth Warren sowie die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard. Der Kandidat der Partei wird in einem landesweiten Vorwahlprozess herausgefiltert. 2016 war Hillary Clinton Kandidatin der Demokraten, sie verlor die Wahl gegen Trump.

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