Hans Modrow Der Mann, der die DDR auflöste

"Ich will helfen, die Fehler, die in Deutschland gemacht worden sind, zu vermeiden", sagt Hans Modrow (hier beim Besuch des DDR-Museums in Radebeul) zu seinem Engagement bei der Annäherung zwischen Nord- und Südkorea.

(Foto: dpa)

Die Wiedervereinigung 1989 spült den Dresdner Politiker Hans Modrow erst nach oben, dann schnell nach unten. Heute, mit 90, vermittelt der Linke zwischen Nord- und Südkorea. Von einem, der noch viel vor hat.

Von Christoph Giesen, Peking, und Jens Schneider, Berlin

Als vor dem Reichstag in Berlin die ersten Feuerwerksraketen in den Himmel stiegen, die deutsche Fahne gehisst wurde und Bundespräsident Richard von Weizsäcker zur Rede ansetzte, lag Hans Modrow längst im Bett.

Es war der 3. Oktober 1990, der Tag der Wiedervereinigung, ein Tag der Freude. Modrow, damals 62, konnte nicht weit genug weg sein. Er war nach Tokio gereist und hatte dort in der Deutschen Botschaft die Einheitsfeier besucht. Es war ein lauer Herbstabend. Viel japanische Prominenz, die im ...

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