Die Rollstuhlfahrer sind immer die Ersten in der Schlange. In der Dunkelheit, bei Frost warten sie auf das Auto mit der Aufschrift „Zwischenstopp Straße“. Das, was hier gleich passiert, ist von der Stadt nur geduldet. Mindestens zweimal im Monat verteilen Sylvia Senger und 50 andere Ehrenamtliche am Hamburger Hauptbahnhof bis zu 700 Mahlzeiten, dazu Getränke, Kleidung und Hygieneartikel an Armutsbetroffene, an Obdachlose, an Drogensüchtige. Auf Tischen rund um den Transporter bauen sie ein kleines Buffet auf. Es gibt Hähnchengeschnetzeltes mit Reis. Einer der Ehrenamtlichen hat spontan 30 Liter Kürbiscremesuppe gekocht, eine andere hat Muffins gebacken. Ein Hüne mit stichsicherer Weste, sonst Türsteher auf dem Kiez, sorgt dafür, dass sich niemand vordrängt.
HamburgEndstation Wahlkampf
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Das Elend am Hamburger Hauptbahnhof ist seit Jahrzehnten Thema in der Stadt. Über einen Ort, der gerade wieder viel Besuch aus der Politik bekommt, und Menschen, die keine Wahl haben.
Von Ulrike Nimz und Jana Stegemann, Hamburg
