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Hamburg:Stadt, Rad, Fluss

Die Beamten in der Hansestadt sollen neue Dienstfahrzeuge bekommen: 40000 Fahrräder sind beantragt. Sie dürfen auch in der Freizeit benutzt werden - eine Pflicht zum umweltfreundlichen Pendeln gibt es aber nicht.

Kann schon sein, dass in Hamburg noch der eine oder andere Fahrradskeptiker unterwegs ist. Man lebt schließlich in der größten deutschen Hafenstadt, da fühlen sich viele eher dem Schiff als dem Velo zugeneigt. Dass der rot-grüne Senat mit Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) Hamburg zur Fahrradstadt machen will, erscheint manchem Zweifler deshalb möglicherweise wie das Vorhaben, den Frachtverkehr mit einer Tretbootkampagne zu entlasten.

Aber Fortschritt heißt bisweilen eben auch, das Kleine groß zu denken. Die wachsende Stadt braucht intelligente Verkehrskonzepte, das Fahrrad spielt dabei als emissionsfreies Fortbewegungsmittel eine wichtige Rolle: Ein Bündnis für Radverkehr kümmert sich, neue Radwege entstehen, mehr Stellplätze, mehr Stadtradstationen und so weiter. Und der neueste Antrag, den SPD- und Grünen-Fraktion der Bürgerschaft vorgelegt haben, bestätigt den Trend. Er sieht Dienstfahrräder für die 40 000 Beamtinnen und Beamte des Stadtstaates vor.

Das Vorbild für die Antragsteller ist Baden-Württemberg, das als erstes Bundesland sein Landesbesoldungsgesetz so geändert habe, dass es Dienstfahrräder fördern kann. Die Idee der Koalitionspartner: Jeder Beamte/jede Beamtin darf sich ein Fahrrad aussuchen, mit dem er/sie zur Arbeit fahren möchte. Dieses least die Stadt bei einem Anbieter und zieht dann die Leasinggebühr vom Bruttolohn ab. "Im Vergleich zum herkömmlichen Kauf sind Einsparungen von bis zu 40 Prozent möglich", heißt es im Antrag. Die Beamtinnen und Beamten dürfen das Fahrrad privat verwenden. Folgt dem Angebot die Pflicht, jeden Tag bei jedem Wetter zum Dienst zu radeln? "Nein", sagt die grüne Fraktionssprecherin Renate Pinzke und lacht, "es gibt keinen Zwang."

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