Hambacher Forst Aktivistin abgestürzt und schwer verletzt

Hambacher Forst: Vergangene Woche starb ein Journalist bei einem Sturz von einer Hängebrücke.

(Foto: dpa)
  • Die Frau war von einem Baumhaus auf eine Leiter getreten, um Kranarbeiten zu beobachten.
  • Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen die Abholzung des Hambacher Forsts durch den Energiekonzern RWE; vor zwei Wochen hat die Polizei mit der Räumung des Waldes begonnen.

Im Hambacher Forst ist eine Aktivistin von einer Leiter gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Die Frau war von einem Baumhaus auf die Leiter getreten, um Kranarbeiten zu beobachten. Dabei stürzte sie aus etwa sechs Metern Höhe ab, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Der Feuerwehr Kerpen zufolge habe sich die Frau im Baumhausdorf "Miketown" aufgehalten. Sie sei nach dem Sturz schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte ein Sprecher. Warum die Frau abstürzte, ist noch unklar. Die Polizei erklärte, es habe zum Zeitpunkt des Unglücks keine Räumung am Unfallort gegeben.

Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst schon seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzern RWE weite Teile des Waldes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will. Die Aktivisten haben Baumhäuser errichtet, in denen sie auch übernachten.

Mitte September begann die Polizei, den Forst zu räumen. Offiziell ist der Grund für den Einsatz, dass die Baumhäuser der Waldbesetzer nicht genehmigt sind und eine Brandgefahr darstellen. Vor einer Woche kam ein 27-jähriger Journalist ums Leben, der über die Räumungsaktion berichtete. Er brach durch eine Hängebrücke und stürzte mehr als 15 Meter in die Tiefe. Daraufhin hatte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen die Räumung für fünf Tage gestoppt.

Seit Beginn der Einsatzmaßnahmen im Hambacher Forst wurden laut Polizei 115 Menschen vorläufig festgenommen. Außerdem habe es 227 Gewahrsamnahmen und 674 Platzverweise gegeben.