Hambacher Forst Laschets Schweigen

Wege aus der Kohle-Krise? Im Landtag wartet man vergeblich.

Von Christian Wernicke

Seit Wochen schaut die Republik nach Nordrhein-Westfalen - und auf diesen Wald: Der Hambacher Forst, Symbol des Streits um Kohle und Klima, bewegt alle. Zehntausende Umweltschützer demonstrieren für "Hambi", zugleich zittern Tausende Kohle-Arbeiter um ihre Jobs. Ein gerichtlicher Rodungsstopp demolierte den Aktienkurs des Energieriesen RWE, und nicht zu vergessen: Während des größten Polizeieinsatzes in der NRW-Geschichte stürzte ein Baumhaus-Bewohner in den Tod.

All das wollte der Düsseldorfer Landtag am Mittwoch diskutieren. Die Politik war aufgerufen, Auswege zu sondieren, um das stolze Kohleland NRW in eine bessere, weil ökonomisch wie ökologisch gesündere Zukunft zu führen. Doch nix da. Erst erstickte Wirtschaftsminister Pinkwart die Debatte mit einem Spiegelstrich-Referat zur Energiewende. Dann warfen sich die Abgeordneten längst bekannte Argumente an den Kopf, aus alten Gräben: hier die Kohle-Koalition aus CDU, FDP und SPD (und nun zudem AfD), dort die Grünen. Als wäre nichts passiert im Lande.

Dem Landesvater Armin Laschet fiel rein gar nichts ein. Er schaute und schwieg. Vorige Woche hatte der Ministerpräsident das Fällverbot im Forst zu Recht als Chance gelobt, neue Lösungen zu suchen. Eben diese Chance hat er am Mittwoch vertan.