IsraelFeilschen um ein Leben

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„Großartige Neuigkeiten!“: Der von der Hamas entführte US-israelische Soldat Edan Alexander sollte am Montag freigelassen werden.
„Großartige Neuigkeiten!“: Der von der Hamas entführte US-israelische Soldat Edan Alexander sollte am Montag freigelassen werden.
Amir Cohen/REUTERS

Vor dem Eintreffen Donald Trumps im Nahen Osten gab die Hamas eine Geisel frei – als Geste des guten Willens, wie sie sagt.

Von Kristiana Ludwig

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Noch am Montag sollte er freikommen: Die islamistische Terrororganisation Hamas hatte am Sonntag angekündigt, den amerikanisch-israelischen Doppelstaatler Edan Alexander freizulassen. Alexander, mittlerweile 21 Jahre alt, war am 7. Oktober 2023 zusammen mit 250 anderen Geiseln nach Gaza verschleppt worden. Er hatte damals als Soldat in der israelischen Armee im Süden des Landes gedient. Die USA hatten sich bereits in den vergangenen Monaten besonders um seine Freilassung bemüht. Er war der letzte Amerikaner in den Händen der Hamas.

Im April hatte die Hamas Zweifel daran gesät, ob Alexander noch am Leben sei. Nun verbreitete US-Präsident Donald Trump ein Statement über soziale Medien: „Edan Alexander, tot geglaubte amerikanische Geisel, wird von der Hamas entlassen. Großartige Neuigkeiten!“ Offenbar soll die Freilassung als Geste des guten Willens seitens der Hamas verstanden werden, da sie kurz vor Beginn der Golf-Reise Trumps auf ein Waffenruhe-Abkommen hofft. Weitere Bedingungen stellte die Hamas nicht. In einer Mitteilung beeilte sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Alexanders Entlassung auch seiner eigenen „entschlossenen Politik“ sowie Israels militärischem Druck in Gaza zuzuschreiben. Israel habe sich jedoch nicht zu einem Waffenstillstand oder zur Freilassung von Terroristen verpflichtet, sondern nur zu einem sicheren Korridor für Alexander.

Tatsächlich haben sich die Verhandlungen über ein mögliches Abkommen über die Freigabe der letzten lebenden Geiseln und ein Kriegsende zwischen Israel und der Hamas in den vergangenen Wochen in einer Sackgasse befunden. Netanjahus Regierung droht der Hamas damit, in einer weitreichenden Militäroperation einen Großteil Gazas einzunehmen und die gesamte Bevölkerung in den Süden des Küstenstreifens zu drängen. Die Hamas hat ihrerseits keine Bereitschaft gezeigt, ihre Waffen abzugeben – eine Kernforderung Israels.

Netanjahu betont, dass die Beziehungen zu den USA „exzellent“ seien

Die Beziehungen zu den USA, betonte Netanjahu in einem Statement, seien nach wie vor „exzellent“. Damit reagierte er auf Berichte in israelischen Medien über wachsende Spannungen zwischen beiden Staaten. Ein israelischer Regierungssprecher reagierte auf Berichte darüber, dass die Freilassung Alexanders das Ergebnis direkter Gespräche zwischen den USA und der Hamas gewesen sei und Israel dabei wenig Mitspracherecht gehabt habe, lediglich mit einem Hinweis auf die weiteren 58 Geiseln in Gaza, von denen mehr als 20 noch am Leben sein sollen. Israels Ziel sei es, sie alle zurückzuholen.

Am Nachmittag war Alexanders Mutter zusammen mit dem US-Beauftragten für die Geiseln, Adam Boehler, in Tel Aviv eingetroffen und wurde von dort aus an die Grenze zu Gaza gebracht, um ihren Sohn in Empfang zu nehmen. Dort kam er am Abend tatsächlich frei. Die Angehörigen der verbliebenen Geiseln demonstrierten unterdessen weiter für ein Abkommen, das nicht nur einen US-Bürger, sondern alle Geiseln berücksichtige. So sagte etwa der Vater von Omri Miran, der am 7. Oktober 2023 aus seinem Kibbuz entführt wurde: „Ich freue mich über die Freilassung von Edan Alexander, aber ich frage: Was ist mit unserem Pass? Was ist mit unserer Staatsbürgerschaft in diesem Land? Weiß die Regierung nicht, wie sie ihre Bürger schützen kann?“

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