HalabdschaTui weist Klage wegen Giftgasangriffs im Irak zurück

Bagdad (dpa) - Mehrere deutsche Firmen, darunter Europas größtes Tourismusunternehmen Tui, haben den Vorwurf zurückgewiesen, dem Irak in den 1980er-Jahren bei der Produktion von Chemiewaffen geholfen zu haben. Hinterbliebene und Opfer eines Giftgasangriffs vor 30 Jahren verlangen vor einem Gericht im irakischen Halabdscha auch von deutschen Firmen eine Milliardenentschädigung. "Die Forderungen entbehren jeder tatsächlichen und rechtlichen Grundlage", teilte Tui in einer Stellungnahme der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Tui ist Rechtsnachfolgerin des früheren Industriekonzerns Preussag, dem in der Klage eine Unterstützung des damaligen Diktators Saddam Hussein vorgeworfen wird.

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Bagdad (dpa) - Mehrere deutsche Firmen, darunter Europas größtes Tourismusunternehmen Tui, haben den Vorwurf zurückgewiesen, dem Irak in den 1980er-Jahren bei der Produktion von Chemiewaffen geholfen zu haben. Hinterbliebene und Opfer eines Giftgasangriffs vor 30 Jahren verlangen vor einem Gericht im irakischen Halabdscha auch von deutschen Firmen eine Milliardenentschädigung. „Die Forderungen entbehren jeder tatsächlichen und rechtlichen Grundlage“, teilte Tui in einer Stellungnahme der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Tui ist Rechtsnachfolgerin des früheren Industriekonzerns Preussag, dem in der Klage eine Unterstützung des damaligen Diktators Saddam Hussein vorgeworfen wird.

In der Klage geht es um einen Giftgasangriff der irakischen Armee in Halabdscha im März 1988, bei dem nach Angaben eines Opferverbandes mehr als 5000 Menschen starben und mehr als 10 000 verletzt wurden. Sie richtet sich gegen mehrere europäische Firmen; in Deutschland sind Unternehmen in Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz betroffen. Die Forderung von insgesamt vier Milliarden US-Dollar begründen die Kläger damit, dass die Unternehmen dem Irak beim Aufbau eines Chemiewaffenprogramms geholfen haben sollen.

Als haltlos bezeichnete auch die in der Klageschrift erwähnte Karl Kolb GmbH im hessischen Dreieich die Vorwürfe. Das Bauunternehmen Heberger Bau in Rheinland-Pfalz verwies darauf, dass die Aktivitäten im Irak seien von der damaligen deutschen Regierung gefördert gewesen seien. Bereits in den 1990er Jahren hatte es Verfahren wegen des irakischen Chemiewaffenprogramms gegen deutsche Unternehmen gegeben, die meist mit Freisprüchen oder geringen Bewährungsstrafen endeten. Die jetzt von Hinterbliebenen beauftragte Anwaltskanzlei behauptet, ihr lägen neue Beweise vor.

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