Ukrainische Hafenstadt Mariupol:Separatisten bekennen sich zu Angriff auf Wohnviertel

  • In der Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine sollen Raketen in einem Wohnviertel eingeschlagen sein. Mehrere Menschen seien gestorben, teilte die örtliche Polizei mit.
  • Die Stadt wird von der Regierung kontrolliert. Die Behörden machten Separatisten für den Angriff verantwortlich.

Die Stadt Mariupol im Südosten der Ukraine ist am Samstag von Langstreckenraketen angegriffen worden, wie ukrainische Behörden mitteilten. Nach neuen Angaben der Behörden kamen dabei mindestens 20 Menschen ums Leben, fast hundert weitere Personen seien verletzt worden. In Mariupol leben etwa 500 000 Einwohner, die Hafenstadt ist die letzte größere Bastion der Regierung in der Region.

Den Angaben zufolge wurde ein Markt in einem Wohnviertel getroffen. Regierungstreue Kämpfer sprachen von "vielen Verletzten". Die Rebellen sollen Grad-Raketen auf die Stadt abgefeuert haben, hieß es von der ukrainischen Armee. Dabei seien mehrere Häuser zerstört worden.

Rebellen kündigen Großoffensive an

Zunächst wiesen die Aufständischen wiesen die Meldungen als "Lügen" zurück. Ihre Kämpfer hätten Mariupol nicht beschossen, teilte die Führung in Donezk mit. Wenig später bekannten sich die Rebellen zu dem Angriff. Der "Präsident" der selbstproklamierten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Samstag, dies sei der Beginn einer Offensive auf die strategisch wichtige Hafenstadt. An mehreren Orten in der Ostukraine warfen sich die Konfliktparteien gegenseitige Angriffe vor.

Die neuen Unruhen sind ein herber Rückschlag für die Suche nach einer friedlichen Lösung in der Ostukraine. Die Hafenstadt ist strategisch wichtig, weil sie zwischen den von den Rebellen kontrollierten Gebieten in der Ostukraine und der von Russland annektierten Halbinsel Krim liegt. Mitte der Woche hatte sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin mit Vertretern Moskaus und Kiews getroffen, um Verhandlungen in Gang zu setzen. Wenige Stunden nach dem Treffen starben Zivilisten bei einem Angriff auf eine Bushaltestelle in Donezk.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB