Wegen "Leopard 2"-Entscheidung:Hacker greifen deutsche Internetseiten an

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Wegen "Leopard 2"-Entscheidung: Mehrere deutsche Internetseiten, vor allem von Flughäfen, wurden am Mittwochnachmittag, lahmgelegt

Mehrere deutsche Internetseiten, vor allem von Flughäfen, wurden am Mittwochnachmittag, lahmgelegt

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Betroffen waren zahlreiche Flughäfen, der Online-Auftritt der Bundesregierung und die Seite von Außenministerin Baerbock. Die prorussische Hackergruppe "Killnet" bekannte sich zu der Attacke.

Russische Hacker haben am Mittwoch offenbar zahlreiche deutsche Unternehmen angegriffen und deren Internetseiten lahmgelegt. Betroffen waren zum Beispiel mehrere Flughäfen in Deutschland sowie der Online-Auftritt der Bundesregierung. Sie waren einige Zeit lang nicht erreichbar. Am Abend funktionierten die Seiten wieder. Der persönliche Internetauftritt von Außenministerin Annalena Baerbock etwa war gegen 21 Uhr noch immer nicht zu erreichen.

Zu den Attacken hat sich die Hackergruppe "Killnet" bekannt. Sie behauptet, die Angriffe seien eine Reaktion auf die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern gewesen.

Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zufolge handelte es sich um sogenannte Distributed denial-of-service (DDoS)-Angriffe. Dabei werden Webseiten mit Aufrufen geflutet, bis die Server abstürzen. DDoS-Attacken gelten als technisch relativ simple Angriffe. In der Regel bleiben die internen IT-Systeme eines Unternehmens davon unberührt und es werden keine Daten abgezogen.

"Hinweise auf direkte Auswirkungen auf die jeweilige Dienstleistung liegen aktuell nicht vor und sind nach Einschätzung des BSI bei Ergreifen üblicher Schutzmaßnahmen auch nicht zu erwarten", hieß es von der Behörde. Die Angriffe auf die Seiten der Bundesverwaltung seien größtenteils abgewehrt worden.

Die Gruppe "Killnet" ist bereits wiederholt gegen Kritiker des russischen Einmarschs in die Ukraine vorgegangen. Im vergangenen Sommer bekannte sie sich zu einem DDoS-Angriff auf litauische Server, nachdem das Land den Transport bestimmter Waren in die russische Exklave Kaliningrad blockiert hatte.

Der US-Cybersicherheitsfirma Mandiant zufolge hat Killnet Verbindungen zu einer anderen Hackergruppe namens Xaknet, die nach eigenen Aussagen in die Rechner mehrerer ukrainischer Organisationen eingedrungen ist. Xaknet werden Kontakte zu russischen Geheimdiensten nachgesagt.

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