Grüne:Özdemir rüffelt Kretschmann

Winfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident in Baden-Württemberg, fordert seine Partei auf, sich auf die Kernthemen zu konzentrieren - doch Parteichef Cem Özdemir verbittet sich "Ratschläge von der Seitenlinie" .

Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Partei zu mehr Konzentration auf ihre Kernthemen aufgefordert und sich damit einen Rüffel aus Berlin eingehandelt. Nach dem jüngsten Streit der Grünen-Spitze mit ihrem linken Ex-Frontmann Jürgen Trittin ist dies bereits der zweite innerparteiliche Konflikt innerhalb weniger Tage. Man dürfe sich "nicht immer an Themen abarbeiten, bei denen wir nichts gewinnen können - wie etwa die Ausweitung der sicheren Herkunftsländer auf die Maghreb-Staaten", sagte Kretschmann Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Vorschläge und Debatten müssten zu den aktuellen Entwicklungen in der Gesellschaft passen. "Daran mangelt es etwas." Zum Wahlkampf der am Sonntag aus der Landesregierung abgewählten Grünen in Nordrhein-Westfalen sagte Kretschmann: "Wir haben dort einen eher vom linken Flügel dominierten Landesverband. Da gibt es immer einen gesinnungsethischen, einen idealistischen Überschuss. Das kann leicht nach hinten losgehen." Die Grünen in NRW waren von 11,3 auf 6,4 Prozent abgestürzt. Bundesweit liegt die Partei derzeit bei sechs bis acht Prozent und damit noch unter dem Wahlergebnis von 2013. Der Grünen-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Cem Özdemir, verbat sich Einwürfe von beiden Parteiflügeln: "Einseitige öffentliche Ratschläge von der Seitenlinie - ob von Ministerpräsidenten, ehemaligen Spitzenkandidaten oder von anderen - sind nicht hilfreich", sagte der Parteichef den Stuttgarter Blättern.

© SZ vom 20.05.2017 / dpa
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