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Gründer der französischen Front National:Le Pen zu Geldstrafe verurteilt

Er bezeichnete Sinti und Roma als Vögel, die von Natur aus stehlen: Für diese Aussage ist der rechtsextreme Politiker Jean-Marie Le Pen nun von einem Pariser Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Der Gründer von Frankreichs rechtsextremer Partei Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, ist wegen Beleidigung von Sinti und Roma zu 5000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der langjährige Vorsitzende und heutige Ehrenpräsident der FN musste sich vor einem Pariser Gericht wegen Aufstachelung zum Rassenhass verantworten.

Anlass war seine Rede während der Sommeruniversität der FN im westfranzösischen La Baule im September vergangenen Jahres. Das Gericht sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass Le Pen darin Roma und Sinti als Vögel bezeichnet hatte, die von Natur aus stehlen. Damit habe er eine Gruppe von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit öffentlich beleidigt. Die Staatsanwaltschaft wollte zwei Monate Bewährungsstrafe für den 85-Jährigen. Le Pens Anwalt forderte Freispruch für ein "humorvolles Wortspiel". Im Französischen sind die Verben "stehlen" und "fliegen" identisch.

Der Ehrenvorsitzende der Front National ist für seine Ausfälle berüchtigt. So bezeichnete er Nazi-Gaskammern als "Detail der Geschichte" des Zweiten Weltkriegs. Seine Tochter, Parteichefin Marine Le Pen, versucht hingegen der Front National ein bürgerliches Image zu verpassen.

Zuletzt wurde eine FN-Kandidatin für die Kommunalwahlen 2014 zurückgezogen, weil sie Frankreichs dunkelhäutige Justizministerin Christiane Taubira mit einem Affen verglichen hatte. Doch auch Marine Le Pen ist vor Ausfällen nicht gefeit. So verglich sie betende Muslime auf der Straße in Paris mit Nazis während der Besatzungszeit.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/schä/sks

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