Großbritannien:Gerechtigkeit und anderer Firlefanz

Großbritannien: Längst glauben nicht mehr alle, dass es die britische Post schafft, das von dem fehlerhaften Abrechnungssystem Horizon verursachte Unglück aufzuarbeiten.

Längst glauben nicht mehr alle, dass es die britische Post schafft, das von dem fehlerhaften Abrechnungssystem Horizon verursachte Unglück aufzuarbeiten.

(Foto: Adrian Dennis/AFP)

Im britischen Post-Office-Skandal kommen immer neue, unglaubliche Details ans Licht. Inzwischen ist ein Streit über die ausstehenden Entschädigungszahlungen von mehr als einer Milliarde Pfund entbrannt.

Von Michael Neudecker, London

Irgendwann an diesem langen Tag spricht Henry Staunton aus, was ohnehin alle in diesem Raum im Portcullis House in der Londoner Innenstadt wissen, die Zuschauer, die Opfer und die Journalisten. Banale Wahrheiten, die jeder kennt, können manchmal aus dem Blickfeld geraten, und deshalb sagt Staunton nun: Es gehe doch hier "ausschließlich um Gerechtigkeit, für die Postmitarbeiter und ihre Familien", alles andere sei "Firlefanz", auf Englisch flimflam. Das Problem ist nur, dass nicht ganz klar ist, wozu er, der ehemalige Chef der Post Office Ltd., mehr beiträgt, zur Gerechtigkeitsfindung oder zum flimflam. Klar ist am Ende einer erneut bemerkenswerten Woche nur, dass in dieser Sache keine Lösung in Sicht ist, noch lange nicht.

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Janet Skinner liebte ihren Job bei der Post, bis Ermittler sagten, es fehle Geld in ihrer Abrechnung. Hunderten Mitarbeitern ging es wie ihr, sie wurden angeklagt, entlassen, einige begingen Suizid - dabei lag der Fehler in der Software. Über einen der größten Justizskandale in der britischen Geschichte.

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