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Großbritannien:Kuscheln gegen den Brexit

Allesamt gegen den Brexit: Twitterer, die bei #hugabrit mitmachen

(Foto: Quelle: Twitter)

Dem drohenden Brexit hat eine Gruppe in London lebender Deutscher und Österreicher den Kampf angesagt - mit viel Liebe und euphorischen Kuschelattacken.

Im Internet kursieren derzeit vermehrt Bilder auf denen Menschen ihre britischen Freunde umarmen. HugABrit - Umarme einen Briten - heißt die Aktion. Die Initiatoren dieser politischen Kuschelattacke sind größtenteils deutsche und österreichische Expats aus London. Damit wollen sie für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union werben.

Die sogenannte Brexit-Debatte drehe sich hauptsächlich um Migration und Exportwirtschaft, meint Christine Ullmann, eine der Initiatorinnen. Deswegen wolle man den Menschen wieder mehr in den Vordergrund rücken. Alle Europäer sind aufgefordert loszuziehen, einen Briten zu suchen, zu finden und zu umarmen! "Das ist unsere Liebesbombe!", heißt es auf Twitter.

Auch Britische Medien haben die Aktion mittlerweile aufgegriffen. So titelte British Weekly: "Zeit einen Briten zu umarmen?" Derweil wird auf Instagram gegen den Brexit geknutscht und gekuschelt. "Bitte, macht mit bei der Campagne!", posten die Initiatoren. "Umarmt euren Lieblingsbriten und schickt uns ein Bild."

Rund 400 Bilder hat die Aktion mittlerweile gesammelt. Und man hofft, dass sie sich schnell weiterverbreitet. Frei nach dem Motto: Europäer aller Länder - knuddelt einen Briten!

Ein Benutzer postet: "Kommt schon, bleibt bei uns. Wir lieben euch! Ihr habt uns Monthy Python und Tea Time geschenkt."

Ein anderer scheint gleich hochmotiviert seine Arbeit niederzulegen: "Das ist mal eine tolle Kampagne - Ich verlasse jetzt das Büro und suche mir einen Briten zum Umarmen!"

Aber auch schüchterne Exemplare der britischen Spezies müssen sich keine Sorgen machen. Die Initiatoren erklärten über Twitter, kein Fremder werde ohne Zustimmung umarmt. "Kein Brite wird bei #hugabrit zu Schaden kommen!"

Die Aktion ist mittlerweile auch dort angekommen, wo die Wurzel des britischen Verlangens nach Souveränität liegt: Im EU-Parlament wird fleißig gegen den Brexit umarmt. Die deutsche Grünen-Abgeordnete Theresa Reintke schreibt: "Geht nicht! Ihr gehört zu uns!"

Jean-Jacques Hublin, Professor für evolutionäre Anthropologie des Max-Planck Instituts in Leipzig, knuddelt seine "ziemlich britische" Doktorandin - gegen den Brexit.

Die Irin Alix findet: "Wir haben viel zu viel Spaß. Geht nicht!"

Auch Brent Goff, Journalist der Deutschen Welle in Berlin, war erfolgreich bei der Briten-Suche: "Ich habe einen gefunden!"

Das Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union soll am 23. Juni stattfinden. Aktuelle Meinungsumfragen zeigen die Pro und Contra Brexit-Lager gleichauf. Vertreter aus letzterem melden sich auch über Twitter zu Wort: "Liebe Mit-Europäer, wir lieben euch, aber wir wollen eure Umarmungen nicht. Wir wollen nur unsere Souveränität zurück."

© dpa/reba/ghe
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