Wahlen in Großbritannien:Rückschlag für Boris Johnson

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Wahlen in Großbritannien: Wahlgang mit Hund: Am Donnerstag gab der britische Premier Boris Johnson seine Stimme ab, am Freitag wird klar, dass seine Partei bei den Lokalwahlen Verluste eingefahren hat. Offen ist noch, wie hoch sie ausfallen.

Wahlgang mit Hund: Am Donnerstag gab der britische Premier Boris Johnson seine Stimme ab, am Freitag wird klar, dass seine Partei bei den Lokalwahlen Verluste eingefahren hat. Offen ist noch, wie hoch sie ausfallen.

(Foto: Dan Kitwood/Getty Images)

Bei den Kommunalwahlen in Großbritannien zeichnet sich ersten Ergebnissen zufolge ab, dass die Partei des konservativen Premierministers einige symbolträchtige Verluste erleidet. Die Partygate-Affäre könnte stärker nachwirken als von ihm erhofft.

Von Jens Schneider

Bei den Kommunalwahlen in Großbritannien zeichnen sich ersten Ergebnissen zufolge offenbar empfindliche Verluste für die Konservativen ab. Nach Berichten britischer Medien verlor die Partei von Premierminister Boris Johnson ihre Vorherrschaft in bisherigen Hochburgen an die oppositionelle Labour Party. Dazu zählten demnach die Londoner Bezirke Westminster im Zentrum der Hauptstadt und Wandsworth, die seit Jahrzehnten fest in ihrer Hand waren. Dies wären Verluste von einem hohen symbolischen Wert für Johnsons Partei.

Angesichts der ersten Resultate sprach der Chef der Labour Party, Keir Starmer, am Morgen bereits von einem Wendepunkt für seine Partei. Allerdings dürfte sich erst im Laufe des Tages herausstellen, ob und wie schwer die Konservativen tatsächlich landesweit bei den Kommunalwahlen von den Wählern abgestraft wurden. Außerhalb Londons gibt es nach ersten Ergebnissen keine so deutlichen Verluste für seine Partei. Labour schneidet dort offenbar schwächer ab.

Die Kommunalwahlen gelten als erstes Stimmungsbild seit der Affäre um illegale Lockdown-Partys im Londoner Regierungssitz Downing Street und weitere Skandale. Auch bei der Wahl zum Regionalparlament in Nordirland wird erst am Nachmittag mit einem klaren Ergebnis gerechnet. Dort gilt als wahrscheinlich, dass die irisch-republikanische Partei Sinn Féin erstmals stärkste Kraft wird.

Für die Labour Party wären Erfolge bei den Kommunalwahlen ein erster ernsthafter Hoffnungsschimmer nach vielen Jahren der Schmach und der Verluste; für die Konservativen von Boris Johnson wäre es ein dramatischer Hinweis darauf, dass sich die Hoffnungen nicht erfüllen, der Krieg in der Ukraine und die starke Rolle Großbritanniens bei Hilfen für das angegriffene Land könnte die Menschen wieder stärker hinter dem umstrittenen Premier vereinen. Nun zeichnet sich ab, dass die als Partygate bekannt gewordene Affäre um nicht erlaubte Feiern in Downing Street 10 während des Corona-Lockdowns Johnson stärker schaden könnte als von ihm erhofft.

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