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Großbritannien:Jogger rempelt Cameron an - und löst Sicherheitsdebatte aus

  • Nach einer Pressekonferenz in Leeds wird der britische Premierminister David Cameron von einem Jogger fast über den Haufen gerannt. Der Mann wird sofort festgenommen, nach 15 Minuten jedoch ohne Anklage wieder freigelassen.
  • In Großbritannien wird nun Kritik an der Sicherheitsbehörde Scotland Yard laut, die für den Schutz des Premiers zuständig ist.

Jogger rennt Premier Cameron fast über den Haufen

Beim Personenschutz des britischen Premierministers David Cameron hat es eine Panne gegeben. Nach einer Pressekonferenz im nordenglischen Leeds war der Premier auf dem Weg zu seinem Auto, als er von einem Jogger fast über den Haufen gerannt wurde.

Auf Videobildern ist zu sehen, wie ein Mann mit langen Rastalocken den Regierungschef beinahe über den Haufen rennt. Cameron weicht zurück und wird von seinen Bodyguards in das wartende Auto geleitet. Sicherheitskräfte führen den Jogger anschließend hastig ab. Laut Polizei wurde der 28-jährige Mann nach dem Vorfall in Leeds zunächst festgenommen, 15 Minuten später jedoch ohne Anschuldigungen freigelassen.

Es habe sich um keinen "ernsten" Zwischenfall gehandelt, es sei "nur ein Mann zur falschen Zeit am falschen Ort" gewesen, teilte die Polizei über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Der Mann, der Kopfhörer, einen Trainingsanzug und Laufschuhe trug, sei womöglich ein Jogger auf dem Weg zu einem nahe gelegenen Sportplatz gewesen. Die für Camerons Sicherheit zuständige Einheit soll den Zwischenfall nun untersuchen.

Ist der britische Premier ausreichend geschützt?

Cameron selbst spielte den Vorfall herunter, dankte seinen Leibwächtern und machte einen Witz mit Bezug auf den ehemaligen Vize-Premier John Prescott, der im Jahr 2001 einem Demonstranten einen Faustschlag versetzt hatte: "John Prescott war im Raum, als ich die Rede hielt, und als ich den Raum verließ, dachte ich, der Moment größter Gefahr sei vermutlich vorbei. Das war aber offensichtlich nicht der Fall", sagte Cameron.

In Großbritannien wurden jedoch nach dem Vorfall Zweifel laut, ob die Leibwächter Cameron ausreichend beschützt hätten. Auch die Tatsache, dass der Mann bereits nach wenigen Minuten entlassen wurde, sorgte für Kritik. Die Polizei will die Sache nun untersuchen lassen.

© SZ.de/dpa/afp/chwa/anri

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